ANBERLIN in Berlin – die Zweite Als ANBERLIN vor nicht mal einem Jahr ihre Gänsehaut-Show mit dem Versprechen beendeten, dass sie bald in die Hauptstadt zurückkommen wollen (Zosse berichtete), konnte ja keiner ahnen, wie schnell sie ihr Versprechen einlösen werden. Heute ist es soweit. Und wieder im Magnet-Club in Kreuzberg vor überschaubarer Menge. Die lokale Vorband Kill Her First betritt verspätet um 21:00 Uhr die Bühne. Die drei EmoMädels plus Schlagzeuger trommeln los und ich nutze die Zeit, um mich mit zwei netten Kaliforniern am Tresen zu betrinken. Die zwei Jungs aus San Franscisco fiebern ihrem „Ersten Mal“ mit der Truppe aus Winter Haven, Florida, entgegen. Um 22:00 Uhr ist es soweit. ANBERLIN betreten die Bühne und wie beim letzten Mal ist anfänglich Sänger Stephen Christian gesanglich etwas schwach auf der Brust. Die Tontechnik hat dieses aber wieder recht schnell unter Kontrolle und los geht es mit ‚Godspeed’. Energiegeladen wie beim letzten Mal machen dabei insbesondere Sänger Christian und sein Gitarrist McAlhaney eine gute Figur. Weiter geht es mit ‘We Owe This To Ourselfs’ vom aktuellen Album “Dark Is The Way, Light Is An Place”. Die Jungs geben wie gewohnt richtig Gas und haben die Menge vor der Clubbühne voll im Griff. Man spürt die Professionalität der Band, die eigentlich größere Bühnen gewohnt ist, ohne dabei unnahbar zu wirken. Dies ist in dem kleinen Club aber auch kaum möglich. Sänger Christian ist mittlerweile auf Angriffsnähe mit dem Publikum und bedient zwei Mikroständer gleichzeitig, einen für das Publikum, einen für sich. Dabei dreht er sich wie ein Brummkreisel. Da sage noch mal einer, Männer seien nicht multitaskingfähig. Weiter geht’s mit ‘Paperthin Hymn’, ‘Never Take Friendship Personal’, ‘Readyfuels’ und ‘Disappear’. Zwischendurch werden die Klampfen gewechselt und es gibt das gut gelungene Depeche Mode-Cover ‚Enjoy The Silence’ aus dem „Lost Songs“-Archiv. ‚Impossible’ und ‚Closer’ gehen dann über in die offiziell letzte Nummer des Abends, wie kann es anders sein: ‚The Feel Good Drag’. Spätestens jetzt springt der gesamte Magnet-Club und die Jungs gehen nach insgesamt 13 Songs offensichtlich zufrieden und verschwitzt von der Bühne. Für eine Zugabe lassen sie sich nicht allzu lange bitten und es gibt noch ‚The Resistance’ oben drauf. Diesmal bleibt es bei einer Zugabe und die Jungs verschwinden endgültig. Schade, letztes Mal gab es mehr Zugaben und mir persönlich war die Platte „New Surrender“ zu wenig vertreten. Daher ein Schönheitspunkt Abzug aber ansonsten die dringende Empfehlung: Wer sie jetzt noch nicht gesehen hat…