(Warner Bros) Als eine der vielen aktuellen Comic-Verfilmungen, ist es wohl unvermeidbar, GREEN LANTERN im Vergleich zu anderen Superhelden-Blockbustern zu sehen. Daraus entsteht folgendes Problem: GREEN LANTERN verliert wirklich jeden Vergleich und auch wenn man versucht, ihn als eigenständigen Film zu sehen, kann er nicht voll überzeugen. Viele Geschichten um Comic-Figuren sind geradezu lächerlich verrückt, aber auf ihre Art eigentlich immer durchdacht und somit leicht zu akzeptieren, bei GREEN LANTERN ist das leider nicht der Fall. Möglicherweise liegt es daran, dass nur einzelne Figuren aus der GREEN LANTERN-Comicreihe ausgewählt wurden, die Story wurde dann in Hollywood aus vielen verschiedenen Stückchen zusammengeschustert oder komplett neu erfunden. Der Film wirkt am Ende sehr unübersichtlich, vollgepackt und trotz Riesenbudgets irgendwie „billig“ und zu gewollt. Aber fangen wir von vorne an. Das Universum ist in zahlreiche Sektoren eingeteilt, die von den unterschiedlichsten Spezies bewohnt werden. Allen gemein ist der Schutz durch das intergalaktische „Green Lantern Corps“, einer Truppe aller möglichen Aliens (manche auch Humanoid, aber keine Menschen). Jeder GREEN LANTERN trägt einen mächtigen Ring, der mit der (grünen) Kraft des Willen gesteuert nahezu unbesiegbar macht. Als größte Gefahr gilt die (gelbe) Kraft der Angst, gebündelt in einer Octopus-ähnlichen Riesenwolke namens Parallax. Hal Jordan (Ryan Reynolds) ist offenbar ein verantwortungsloser Frauenheld und versierter Testpilot mit Hang zu waghalsigen Alleingängen, der nur allzu gern seinem furchtlosen, toten Vater (auch Pilot) alle Ehre machen würde. Als ein GREEN LANTERN auf der Erde abstürzt, erwählt der Ring Hal als seinen neuen Träger. Zunächst den anderen GREEN LANTERNs ein Rätsel, scheint es schließlich ein glücklicher Zufall zu sein, als auf der Erde der Forscher Hector Hammond, von Parallax infiziert, beginnt sein Unwesen zu treiben. Hal muss sich wohl oder übel der Verantwortung gegenüber seinem Planeten, seiner Familie und der Jugendliebe (Blake Lively) stellen. Dabei muss er sich auch noch seine Versagensangst eingestehen. Auf der Erde beginnt der Kampf gegen Parallax‘ Handlanger, im Universum fällt dann die Entscheidung, ob der Ring wirklich den richtigen Kämpfer erwählt hat. Also ehrlich, der Grundgedanke Angst und Überwindungswillen oder Mut gegeneinander antreten zu lassen, ist ja nicht neu, würde aber nicht weiter stören. Die Art und Weise, auf die Themen wie Vaterprobleme, ungeklärte Ängste, eine Liebesgeschichte, eine Parallelwelt und Verantwortung verknüpft werden, ist allerdings schiefgegangen. Einerseits gibt es Action und große Effekte, andererseits (lahme) Witze. Die GREEN LANTERN-Oberhäupter als kleine verknautschte Kreaturen wirken unfreiwillig niedlich, der Erdenfeind Hammond sieht wie eine Kreuzung aus Elephant Man und peinlichem Buffy-Dämon aus. Man weiß nie recht, ob Humor beabsichtigt ist, Ernsthaftigkeit mag nicht wirklich entstehen. Es ist möglich, dass Ryan Reynolds' weiches Gesicht für diese Rolle einfach zu sehr mit Komödien verknüpft ist. Eingefleischte Reynolds-Fans könnten ihn zu ernst finden, während Actionliebhaber ihn nicht ernst genug nehmen würden. Ob ungeschickt verbundene Geschichte oder zweifelhafte Besetzungsentscheidungen, der Film ist einfach keine runde Sache und man ist irgendwie enttäuscht. GREEN LANTERN ist nichts Halbes und nichts Ganzes, was vielleicht noch schlimmer ist als richtig schlecht zu sein. Filmstart: 28.07.2011