(Long Branch Records / SPV) CHIMAIRA waren seit ihren frühen Tagen eine Band, die in den NWOAHM (New Wave Of American Heavy Metal)-Topf geworfen wurde, die aber leider nie so richtig zu den Gourmet-Zutaten gehörte. Bands wie Lamb Of God, Devildriver und Unearth fuhren meist eine größere Ernte ein, ganz zu schweigen von As I Lay Dying und Hatebreed, die in der Literatur oft zu der Bewegung hinzugezählt werden. Das sollte sich mit „The Age Of Hell“ nun ändern, denn das Album ist eine absolute Rakete, die die bisherigen (und zahlreichen) Outputs der Band im Qualitätssegment locker toppt. Die Band hat bislang so viele Line-Up-Wechsel zu verzeichnen, das es auf Wikipedia sogar eine grafische Timeline gibt. An Outputs bringt es die Combo bislang auf fünf Vorgängeralben, „The Age Of Hell“ ist Nummer Sechs (passt ja!) in 10 Jahren! Leider ging es auch mit diesem Album wieder nicht ohne Mitglieder-Schwund ins Studio. Von der... nennen wir es mal stabileren Original-Besetzung, blieben nur Sänger Mark Hunter, sowie die beiden Gitarristen Rob Arnold und Matt Devries übrig. Nichtsdestotrotz ist „The Age Of Hell“ das variabelste und wuchtigste Album der Ballerstaller aus Cleveland. „The Age Of Hell“ ist Songwriting-technisch extrem ausgefeilt und versiert, so dass kein Neuzeit-Metaller an diesem Werk vorbeikommen dürfte! Das Album steigt mit dem gleichnamigen Opener ein, der klingt, als hätten die Metallica der „Ride The Lightning“ und „Master Of Puppets“-Phase den Sound des 21. Jahrhunderts verpasst bekommen. Mit einer gehörigen Prise Straßenhärte und Bösartigkeit. Ebenfalls diesen Vergleich zitiert stellenweise der Song 'Born In Blood' und das instrumentale Stück 'Samsara', welches das Album abschließt. 'Clockwork' erinnert mich von Rhythmus und Gesang an Static-X, 'Losing My Mind' ist eine böse und schleichende Riff-Granate, die Headbangern einiges abverlangen sollte und zum Refrain mit Alice In Chains-artigen Chören punktet. Mächtig! Die Chöre finden sich auch beim anschließenden 'Time Is Running Out', cleaner Gesang dominiert nahezu das komplette Stück, Hunter growlt nicht ganz so finster, wie üblich und ab der Mitte fällt der Song kurz in eine Art Pantera-Sludge-Tempo, wie wir es von den langsameren Songs der "The Great Southern Trendkill" kennen, bevor der Song kompromissloser als zu Beginn nach vorne geht. Ein Schlag genau auf die Zwölf! Mit 'Year Of The Snake' beschert mir die Band einen Ohrwurm, der in der Dauerrotation läuft. Ein Start-Growl, Machine Head-Riffing und Tempo, welches beim zweiten Mal mit einem unglaublich bösen Growl ins Down-Tempo abdriftet und den Song kurz darauf wieder anschwellen lässt. Dynamiken aus dem Lehrbuch! 'Beyond The Grave' verschmilzt mit seinem melancholischen Touch bereits erwähnte Alice In Chains und Down mit einem Schuss Kyuss-Wüstenrock und zeigt, wie gut Hunter neben dem Schreien auch singen kann. Weitere Songs hervorzuheben, würde bedeuten, alle zu benennen, denn "The Age Of Hell" liefert wirklich nur extrem hochwertiges Material. An CHIMAIRA kommt 2011 keiner mehr vorbei. Wir läuten "The Age Of CHIMAIRA" ein! Album-VÖ: 26.08.2011