(Granted Records / Soulfood Music) Wer die Zebraköpfe auf dem diesjährigen Highfield-Festival, oder schon früher einmal live erleben durfte, der weiß, mit wie viel Spielfreude und pubertärem Witz das Quintett zu Werke geht. Seit nunmehr fünfzehn Jahren zelebrieren die Kalifornier ihre ureigene Mischung aus West Coast Punk mit Rap-Einlagen, die man auch auf "Get Nice!" wieder findet. Die Szenepolizei wird meckern und Dinge verkünden wie "null Entwicklung", oder "vorhersehbarer Songaufbau" und die Meckerköpfe haben sogar in gewisser Weise recht. Doch es muss den Jungs erst einmal jemand nachmachen, dass der Hörer bereits beim ersten Durchlauf des Longplayers mitgrölt und swingt. Was man dem Quintett allerdings durchaus vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass sich die Adrenalinschübe diesmal in Grenzen halten und man zahmer geworden ist. War der letzte Longplayer "Phoenix" deutlich rüder, so macht das aktuelle Album dem Titel "Get Nice!" alle Ehre. Die neusten Kompositionen sind gefälliger und eingängiger geworden. Orange County scheint ein Garant für fröhliche Musik zu sein. Es ist wohl nur durch die "permanente" Sonneneinstrahlung und damit einhergehende gute Laune zu erklären, dass so überdimensional viel positive gestimmte Musiker aus dem Sonnenstaat stammen und Party Musik zelebrieren. ZEBRAHEAD gehören nicht zuletzt aufgrund ihrer mitreißenden Live-Performances eindeutig zur Spitze dieser Szene. Dass man sich der positiven Stimmung ihrer Songs kaum entziehen kann, musste selbst Rock Urgestein Lemmy Kilmister einsehen, der inzwischen mit den Jungs befreundet ist und mit ihnen unlängst eine unterhaltsame Coverversion zu Metallicas 'Enter Sandman' eingespielt hat, was einem doppeltem Ritterschlag gleichkommt. Auf dem vorliegenden Longplayer sticht wieder einmal die für eine Punkband überragende Gitarrenarbeit von Klampfer Greg Bergdorf heraus. Der Mann spielt nicht nur abwechslungsreich, nutzt unterschiedlichste Sounds und brilliert mit coolen Soloeinlagen, sondern ist auch live ein unglaublicher Aktivposten. Wobei bei der gesamten Kapelle keiner auch nur für zehn Sekunden stillsteht. Gleiches gilt für die Fans, die mit "Get Nice!" eine gute Aufwärmübung für die anstehende Tour geliefert bekommen, auch wenn sich erste Abnutzungserscheinungen im Klanggewand der Punk Rocker bemerkbar machen. "Get Nice!" taugt noch für jede Alternative Party und zeigt die Band längst auf Augenhöhe mit Gruppen wie Blink 182 oder etwa Pennywise. Album-VÖ: 03.08.2011