(Nuclear Blast)

Eine sauhohe Messlatte haben sich WE CAME AS ROMANS anno 2009 gelegt. In diesem Jahr starteten die Jungs aus Michigan mit einem fulminanten Debüt ihre Karriere, nachdem sie 2008 mit zwei EP's das erste Mal aufhorchen ließen. Nun hat der Sechser ein neues Zuhause mit Nuclear Blast, der einstigen Death Metal Label-Hochburg gefunden und bringt mit „Understanding What We´ve Grown To Be“ ihr zweites Machwerk heraus. Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön und damit verbunden auch der Hinweis, dass man nicht gleich weg vom Fenster ist, wenn man einmal nicht im Jahrestakt eine Langrille auf den Markt wirft, auch wenn sich etliche Bands dazu genötigt sehen, dies zu tun. Wenn man sich dann allerdings ein Jahr länger Zeit läßt, darf es aber sicherlich auch ordentlich krachen, in der MetalCore-Hose.

Was aber unterscheidet die Jungs von WE CAME AS ROMANS jetzt von anderen Combos dieses Genres? Nun, zum einen die Fähigkeit, auch live super tight, stimmig und präzise zur Sache zu gehen. Zum anderen, die ganz besondere Stimmung in ihren Songs aufbauen zu können. So war der Vorgänger „To Planet A Seed“ mit echten Hits gefüttert und das Ganze durchgehend. Die Erwartungen könnten also nun nicht größer sein und ich musste diese Scheibe einfach zum Reviewen für Gestromt haben (Liebesdienste an Zosse hätte ich wohl in Kauf genommen 😉 ).Aber nun rein die CD und ab geht’s mit Song eins 'Mis/Understanding'. Kurzes, instrumentenloses Gebrüll und ab geht die Fahrt. Fette Riffs, ordentliches Tempo, Gangshouts und der cleane Gesang mal dynamisch, mal zart wispernd und alles unterstützt von passenden Keyboardpassagen. Genau so hat man sich den Start gewünscht. Bei Song Nummer zwei, 'Everyting As Planned' dann ein anderes etwas anderes Bild zu Beginn. Clean-Sänger Kyle Pavone intoniert ohne kurze Instrumentenphase in die nächste Runde und dominiert auch das komplette Songbild, wobei natürlich auch Shouts mit von der Partie sind, aber eben nicht im Vordergrund, sondern eher unterstützend. 'What I Wished I Never Had' darf dann instrumental losrattern, erweist sich als echte Mitsing-Hymne und darf als erster, echter Ohrwurm mit Aggro-Potential bezeichnet werden. Nun aber mal ein paar cleane Gitarren, bitte. Natürlich kein Wunsch, aber eine willkommene kurze Abwechslung im Stilverfahren. 'Cast The First Stone' gibt uns genau diesen seichten Start und bringt das typische WE CAME AS ROMANS-Klangbild hervor. Aggressive Harmonien mit etlichen Technikspielereien, die auch mal elektronischer Art sein dürfen. 'The Way That We Have Been' darf dann an die Keys erinnern, welche auch kein ganz unentscheidendes Merkmal darstellen, im Sound der Amis. Aggressiver wird es nun mit 'War Inside', allerdings nur kurz, bevor hier auch wieder ein wenig gesäuselt wird. Das Gitarrenspiel ist mitunter phasenweise klare Weltklasse. Bei 'Stay Inspired' gibt es dann wieder voll auf die Zwölf und Shouter Dave Stephens brüllt sich ordentlich den Hals frei. Einer meiner persönlichen Faves folgt mit Song Nummer acht, 'Just Keep Breathing'. Geiler Chorus, geile Rhythmik und Hitpotenzial "the second". Cleane, pianoähnliche Keys zu Beginn von 'Views That Never Cease, To Keep Me From Myself' ( Couldn t be a longer title 😉 ) geben dieser atmosphärischen Nummer einen würdigen Einstieg, um dann im Wechselbad der Gefühle ihre Fortsetzung zu finden. Mit insgesamt 12 Nummern ist "Understanding What We´ve Grown To Be" ein gelungener Nachfolger des Erstlings, mir allerdings stellenweise etwas zu lasch ausgefallen, aber das Ganze auf sehr hohem Niveau. Wir freuen uns auf weitere, hoffentlich bald folgende Live Dates in Germany. Album-VÖ: 16.09.11