(Nuclear Blast)

TASTERS?  Hab ich ehrlich gesagt noch nie von gehört. Zwei Alben auf zwei verschiedenen Labeln haben die Italiener in den letzten Jahren bereits veröffentlicht, bevor die Mannschaft aus Donzdorf von Nuclear Blast aufmerksam wurde. Mit mehreren Hochkarätern wie z.B. 30 Seconds To Mars, Cancer Bats, Sonic Syndicate oder auch Aiden wurden Touren gefahren. Größte Herausforderung für die Jungs aus Livorno war eine 30 Gigs umfassende Tour durch russische Lande 2010. Nun aber will der Fünfer um Frontmann Daniele Nelli nicht nur die italienische MetalCore Szene (die haben eine??) aufmischen, sondern alles darüber hinaus planieren.

Schaut man sich einmal das Bandfoto der Jungs auf dieser Seite an, erinnern TASTERS eher an eine sleazige Hard Rock-Combo, als an eine echte MetalCore-Kapelle. Aber das hat ja in der heutigen Zeit nichts mehr zu sagen. Rein also ins Vergnügen namens „Reckless Till  The End“. Los geht’s mit dem typischen intronalen Spannungsaufbau: Wind, Regen, Donner, Kinderorgel und eine knarzende Tür, bevor das erste Riffing zu 'Katherine`s Got A Secret' einsetzt. Midtempo, Breakdowns und ein paar Keys. TASTERS haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Vocals setzten ein und fügen sich nahtlos in das brachiale Instrumental. Ein sehr angenehmes, atmosphärisches Shouten, welches genau in der Mitte zwischen Screams und Growls angelagert ist. Der melodische Gesangspart wirkt angenehm männlich und so sind die ersten vier Minuten sehr kurzweilig und schnell vorbei. 'Please Destroy This World' drückt da schon etwas mehr aufs Tempo, ohne allerdings an Atmosphäre zu verlieren und bietet den besten Chorus der gesamten Scheibe. Auch die Gangshouts und Keys werden nicht vernachlässigt. Aber dieser Chorus…. Weltklasse. Die nächste Nummer 'Thanks For This Precious Gift' kann auch so einiges, knüpft an die gute Leistung an und setzt sie gekonnt fort, allerdings ohne weitere Überraschung. Nur die Sphärenschraube wird noch etwas fester gedreht. 'Sleeping With Spirits' hingegen hat wieder eine kleine Schweinerei parat und so gesellen sich ein paar ordentliche Technoparts zum Spiel dazu, welche aber tatsächlich für eine willkommene Abwechslung sorgen, ohne aber Gott sei Dank den Metal-Faktor zu beschädigen. Na oder vielleicht doch ein klein wenig, falls hier Monstermetal-Heads zugegen sind. Sicherlich ist „Reckless Till The End“ eines der atmosphärischsten Alben im MetalCore, die ich in letzter Zeit gehört habe und daher schlecht mit den neuen Outputs von The Devil Wears Prada, We Came As Romans und Konsorten zu vergleichen, werden doch hier auch ein wenig mehr Elemente aus Melodic Death Metal und Elektronik verarbeitet. Aber im Großen und Ganzen gefällt mir die Scheibe recht gut und fällt wegen der genannten Abwechslung eben etwas aus dem Rahmen. In meine Jahres-Top Ten werden TASTERS es wohl nicht schaffen, aber auf meinem iPod werden sie länger zugegen sein und mit Sicherheit auch noch ein paar Mal angeworfen werden. Album-VÖ: 16.09.11