(Sideonedummy)
Es ist nicht leicht, über einen Mann wie CHUCK RAGAN zu sprechen, ohne dabei schon wieder Vorfreude auf einen weiteren Liveauftritt des Gainesville-Sängers zu entwickeln. Gerade noch mit Hot Water Music auf Europatour, auf der er einige Gratisproben seiner Solowerke in ausgewählten Plattenläden spielte, um dann im Oktober schon wieder auf der Revival-Tour mit Brian Fallon (The Gaslight Anthem), Dan Andriano (Alkaline Trio) und Dave Hause (The Loved Ones) auf der Bühne zu stehen. Hier wird er sein drittes Studioalbum „Covering Ground“ dem Publikum präsentieren.
Auf diesem findet man zehn Folk-Akustik-Songs vor, die sich durch regelmäßige Geigenklänge Jon Gaunts, dem Kontrabassspiel von Joe Ginsberg und natürlich einer rhytmischen Gitarre und der unverkennbar rauen Stimme des Frontmanns RAGAN auszeichnen. Zusätzlich wird der Opener ‘Nothing Left To Prove’ von Orgeltönen unterlegt. RAGAN bietet dem Hörer hier einen gemächlichen Einstieg in das Album, bis er seine unheimlich emotionsgeladene Stimme im Refrain gipfeln lässt und eine Melodie erzeugt, die sofort Kopf und Ohren besetzt, diese auch nicht so schnell wieder verlässt. Noch eingänglicher kommt kurz darauf ‘Nomad By Fate’ daher und zieht dass Tempo hörbar an. ‘You Get What You Give’ zeigt wieder eine durchgehende Steigerung der Gesangslinien, als ob CHUCK RAGAN langsam während seiner Darbietung den Volume-Regler maximiert. Ruhiger wird es bei Songs wie ‘Come Around’ oder ‘Seems We’re OK’, bei dem natürlich auch die Mundharmonika ihren Einsatz findet. Persönlicher Höhepunkt besteht in ‘Valentine’, ein Song, der schon auf dem Livealbum „Los Feliz“ zu hören war und nun seinen Weg ins Studio gefunden hat, samt weiblicher Backing-Vocals. Klasse Song!
Nähert man sich dem Ende von „Covering Ground“, kann man dies aber auch von ‘Meet You In The Middle’ behaupten. Irgendwie kennt man die Akkordfolge, denkt sich bestimmt so mancher, aber faszinierend, dass Musik immer wieder neu interpretiert einzigartig klingen kann, was CHUCK RAGAN mit Hilfe von Brian Fallon von The Gaslight Anthem hier deutlich schafft. Nach einem großartigem Album, welches eine logische Folge des Vorgängers „Gold Country“ ist, findet man sich beim letzten Track ‘Lost And Found’ im Schaukelstuhl der Veranda einer Ranch wieder und lässt sich die Geschichten von „Covering Ground“ noch einmal zu Banjoklängen durch den Kopf gehen. Und wer einen Hidden Track sucht, wird sicher auch einen finden. Tolles, stimmiges Album, welches sich von vielen anderen Singer / Songwriter-Werken durch RAGAN‘s prägnante, ehrliche Stimme unterscheidet und einen qualitativ hochwertigen Stempel aufdrückt. Würde ich nicht wissen, dass er es sicherlich sowieso macht, würde ich sagen, weiter so!
Album-VÖ: 16.09.2011

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