(Roadrunner Records) Ein würdiger "The Blackening"-Nachfolger? Da ist sie nun, die neue MACHINE HEAD-Scheibe und im Vorfeld habe ich mich des Öfteren gefragt, wie die Band nach dem Übererfolg von „The Blackening“ mit diesem Erwartungsdruck umgegangen ist. Schon beim ersten Betrachten des Covers fällt einem das neu gestaltete handschriftliche Logo auf. Neues Logo bedeutet ja auch immer ein Stück Neuanfang der Band. Diesen hatten MACHINE HEAD doch erst 2003 mit „Through The Ashes Of Empires“ eingeläutet. Ok, Designergedanken beiseite - Band (MP3) ab… ‚I Am Hell (Sonata in C#)’ beginnt gleich mit zwei Intros, das erste ist ein sehr stimmiger sakraler Kanon, das zweite ein schleppender und mächtiger Beat, der sofort meinen Kopf in Bewegung versetzt. Nach 2:09min wird vier Mal angezählt und der Song nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Typische MACHINE HEAD-Trademarks schmücken ‚I Am Hell’, sehr feine ausgearbeitete Melodien, Doublebass-Parts, Akustik-Gitarren-Klänge und ein abwechslungsreicher Gesang von Robb Flynn. Ein geiler Einstieg ins Album. Wenn ich einen Hut auf hätte, ich würde ihn jetzt vor Robert Flynn, Adam Duce, Phil Demmel und Dave McClain ziehen. Es folgt ‚Be Still And Know’ (ein Midtempo-Groover mit einem eingängigen Chorus) und ‚Locust’, der ja vorab schon als Single veröffentlicht wurde und mir persönlich ziemlich gut gefällt. Das liegt aber auch daran, dass der Song rauf und runter lief und sich somit natürlich schon in meiner Hirnrinde festgegraben hat. Song Numero 4 hört auf den Namen ‚This Is The End’ und ist bis zur Stunde mein absoluter Album-Hot-Tipp. Gezupfte leicht angezerrte Gitarre, während die Melodie langsam eingefaded wird. Hat ein bisschen was von ‚Blackened’ oder ‚Damage Inc.’ von Metallica. Anschließend bricht der Song richtig los. Schnelle Single-Note-Läufe erinnern ein wenig an schwedischen Melodic Death Metal im Stile von Dark Tranquillity. Klingt aber auch bei MACHINE HEAD richtig gut und keinesfalls aufgesetzt oder fremd. Als letzten Song möchte ich noch die "Ballade" ‚'The Darkness Within' herausheben. Bis zum heutigen Tag war für mich ‚The Burning Red’ immer der emotionalste MACHINE HEAD-Song. Schon beim ersten Anhören von ‚The Darkness Within’ hat sich diese Einstellung bei mir geändert. Der beste Clean-Gesang, den ich von Robb Flynn gehört habe. Man merkt schon, dass er sich deutlich weiterentwickelt und auch Gesangsunterricht genommen hat. Klasse Leistung! Die letzten beiden Songs ‚Pearls For Swine’ und ‚Who We Are’ reihen sich nahtlos in die Gesamtstruktur ein und rocken auch wie Sau. Das Album hat alles, was ein MACHINE HEAD-Album haben sollte, darüber hinaus hört man auch die Weiterentwicklung heraus. Es wurde nicht einfach ein Abklatsch vom Typ „The Blackening II“ herausgebracht. Es gibt viele neue Elemente und Genres zu entdecken - dabei klingt es nicht abgekupfert sondern wirklich frisch und neu und strotzt vor  Dynamik und einem stimmlich überragenden Robb Flynn. Fazit "Unto The Locust" ist ein sehr geiles Album, welches mich schon beim allerersten Anhören umgehauen hat und kommt ziemlich nah an die Qualität des Vorgängers heran. Leider sind MACHINE HEAD immer noch ziemlich unterbewertet, schaut man sich mal die Support-Shows von Metallica an, wo die Band grade mal einen Höflichkeitsapplaus bekommen hat. Da ist auf jeden Fall noch viel Platz nach oben. Im Februar hatte ich DevilDriver's „Beast“ schon zum heimlichen Album des Jahres gekürt, mit dem Zusatz, dass MACHINE HEAD ja auch noch nachlegen. Beide Alben haben ihre Stärken, daher gibt es keinen eindeutigen Sieger. Aber schön zu lesen, dass genau diese beiden Bands, die von mir volle Punktzahl bekommen haben, demnächst gemeinsam auf Tour gehen. Und da wird es dieses Jahr wohl kein besseres Package mehr geben. METALFEST! Wir sehen uns! Album-VÖ: 23.09.2011