(Midsummer) Dass Tim Masson auf seinem Label Midsummer Records nicht selten die ein oder andere abstrakte/vertrackte Band auf Polycarbonat presst ist unlängst bekannt, was nun jedoch mit AN EARLY CASCADE 2.0 zu Tage gefördert wird, sprengt jeden Rahmen! ,Everything is wrong. Everything is ok.’ So zumindest lässt es der erste wirkliche Track verlauten und scheint damit auch in punkto Musik recht zu behalten. Stark unkonventionell, aber doch eingängig! Dann allerdings zeigt „Versus“ sein wahres Gesicht und scleudert einem ,Moth-Eaten’ entgegen. Komplex verspielte Töne treffen hier auf eine „Gesangsstimme“, welche einem Goldkronen-Entleerer hätte entnommen werden können. Zwar lichtet sich jener musikalische Kauderwelsch relativ zeitig und es setzt doch noch eine hörenswerte Clean-Stimme, sowie ein prädestiniertes Scream-Organ ein, doch man ist erstmal benommen. Als nächstes poltert einem mit ,Of War Is At War’ rauer, wüster Punk entgegen, welcher wieder direkt zu zünden vermag. Dann mündet die musikalische Reise im ,Digital Me’ und wir bekommen Muse-Sounds, vermengt mit Soul- und Pop-Anleihen serviert. Das dürfte wiederum nicht jedermann Geschmacksnerv treffen, bekommt mir vergleichsweise aber relativ gut. Es schließt sich das rein instrumentale aber nicht minder abstrakte ,In Between Mountains’ an, welches gefolgt ist von ,Town Of Clocks’ und ,Lightning Speed’. Beide Nummern fallen in von der Band altbekannte MetalCore-Muster und dürften für Fans der ersten Stunde wohl am leichtesten verdaulich sein. Weiter geht’s mit ,Dancing Upon The Moon’ und Scheiße noch eins, das ist die erste Nummer, die mich wahrlich mit ihrem ersten Ton fesselt, denn sie ist so wunderbar atmosphärisch und bietet neben dem ganzen Chaos einen Moment lang Ruhe. Danach zieht mit ,Cutty Sark’ dann auch schon wieder ein Unwetter der ersten Güteklasse auf, welches Post-Hardcore-Punk mit einem Akkordeon verbindet. Im Anschluss kommt mit ,Dead In The Water’ noch eine ruhige, aber dennoch irgendwo verstörende Nummer um die Ecke, bis wir dann letztendlich mit ,Versus’ das letzte Kapitel jener experimentellen Reise erreichen und dezente, eine eigene Klangwelt erschaffende, Töne unser reichlich strapaziertes Ohr passieren und dieses, aufgrund der Komplexität und um das Ausmaß von "Versus" greifen zu können, wohl auch noch häufiger tun werden. Album-VÖ: 30.09.2011