(EMI) EVANESCENCE haben sich Zeit gelassen! Das letzte Album der Band, „The Open Door“, erschien 2006, die Zeitspanne liegt somit bei 5 Jahren, eine so lange Wartezeit war man eigentlich nur von den Nine Inch Nails oder Metallica gewöhnt! Da kann man dann Album Nummer Drei (nach dem Debüt „Fallen“ aus 2003 und dem erwähnten „The Open Door“) auch schon mal nach dem Bandnamen benennen, denn, wie wissen wir nur zu gut… Album Nummer Drei bedeutet: Make It, Or Break It. Wobei es EVANESCENCE ja schon mehr als gebreakt haben, denn die Charts hat man sich mit einer Mischung aus Rock, Klassik und einem gehörigen Schuss Darkness schon desöfteren von oben angesehen! Die Geschichte der Band durchziehen Line-Up-Wechsel wie ein roter Faden, 2003 stieg Mitbegründer Ben Moody aus, der aber sehr schnell von Terry Balsamo (Cold) ersetzt wurde. John LeCompt und Rocky Gray gingen 2007 (und gründeten kurioserweise zusammen mit Ben Moody und der American Idol-Teilnehmerin Carly Smithson die Combo We Are The Fallen). Ob die Besetzung jetzt stabil ist, oder aus Leihmusikern besteht, kann ich trotz Recherche nicht abschließend klären, Fakt ist: EVANESCENCE 2011 klingen, wie eine auf höchsten Touren laufende und perfekt eingespielte Maschine. Mit Produzent Nick Raskulinecz (Foo Fighters, Rush, Stone Sour, Alice In Chains, Deftones u.a.) wurde im Black Bird Studio in Atlanta das neue Album eingezimmert, welches wirklich nur vor Hits und großen Hooklines strotzt. Die fünf Jahre scheinen sich bezahlt gemacht zu haben. Der erste Song und gleichzeitig die erste Single saugt sich mit seinem hypnotischen Beat sofort im Ohr fest und will da auch nicht mehr raus. Amy Lee hat die Stimme bestens geölt und trällert wie eine Nachtigall. Und sofort fällt auf: der Rock ist zurück / amtlich da, im Hause EVANESCENCE! Die Gitarren fetzen ordentlich, die Rhythmus-Sektion pumpt, Streicher und Elektronik vervollkommnen das Bild. ‚Made Of Stone’ legt sofort einen wuchtigen Ohrwurm nach, ‚The Change’ setzt auf melancholische und orchestrale Töne. Die Stimme von Amy Lee ist wirklich Wahnsinn und nach drei Songs kann man schon mal spontanst sagen: Hut ab, wenn das folgende Song-Material den Standard des Tripletts hält, dann sind fünf Jahre Wartezeit definitiv nicht zu lange. Und nach einigen Hördurchläufen kann man auch definitiv festhalten, dass jeder, der bisher auf den Düster-Rock von EVANESCENCE abgefahren ist, dieses Album dringendst braucht, denn es vereint alle Stärken der Band, mit einem Grundtenor auf der Marschrichtung des Debüts, gekoppelt mit der Erfahrung und Routine, die die letzten Jahre brachten, um trotz Erfolgskurve in den oberen Sphären noch weiter nach oben zu streben! „Evanescence“ kann fett rocken und zum Träumen einladen, ein Spagat, der nicht selbstverständlich ist, der aber auf Album Nummero Drei besonders gut geglückt ist! So… und jetzt bestelle ich mir die We Are The Fallen, um zu checken, ob sich der Weggang der alten Truppe doppelt gelohnt hat! Album-VÖ: 07.10.2011