(Nuclear Blast) Die meisten Bandnamen erschließen sich erst bei genauerer Recherche, oder wenn man die betroffenen Protagonisten selbst dazu befragt. Was nun genau den US-Bundesstaat Texas im Monat Juli ausmacht? Nun, wir wissen es nicht. Falls jemand in unserem Gestromt.de-Fankreis die Antwort kennt, darf er sich gern im unteren Feld dieser Seite verewigen und gewinnt bei richtiger Antwort einen mit unserem Logo geprägten, rosafarbenen Toilettenstein. So, aber nun Spass und versuchte Witzigkeiten beiseite (kommt alles vom Haarspray schnüffeln). TEXAS IN JULY sind trotz ihres sehr jungen Alters bereits mit dem dritten Output am Start. Nach einer 2008 erschienenen ersten Duftnote in Form der EP „Salt Of The Earth“ und dem ersten Gesamtwerk „I Am“ in 2009, kommt nun mit „One Reality“ die Bestandsprobe. Mitschwimmen in der Masse, oder vorweg das Ganze. Bei der mächtigen Flut dieses Jahr an guten, sehr guten und eher bescheidenen Releases, macht sich allseits eine gewisse Sättigung breit. Können es die Jungspunde daher noch einmal schaffen, frischen und vor allem rauen Wind ins Genre zu bringen? Let's go! Das lauter werdende Intro zu Beginn zeigt bereits, welche Spielfreude sich hinter TEXAS IN JULY verbirgt. So wird der Weg geebnet und ‚Magnolia’ aus dem Boden gestampft. Tief getuneter Gesang, Riffdynamik und eine treibende Rhythmik geben den Start vor. ‚1000 Lies’ gab es bereits im Vorfeld beim Label als kostenlosen Download zu hören. Eine starke Leadgitarre bestimmt das Bild und die Geschwindigkeit passt wie Faust aufs Auge. Ab ins Traumland mit ‚Dreamer’, Song Nummer drei. Etwas mehr Richtung Midtempo ausgelegt, macht diese Ansage ihrem Namen alle Ehre und „melodiert“ etwas mehr als die vorherigen Darbietungen. Tief und schwer schleppt sich ‚Dying World’ aus den Speakern. Die etwas doomiger am Start und dynamischer werdende Nummer in ihrem Verlauf, strotzt nur so vor Endzeitstimmung und lässt die Scheibe zur Halbzeit einlaufen. Nach dem Einspielen von ‚No Greater Love’ musste Schlagwerker Adam Gray mit Sicherheit seine Felle wechseln. Sehr treibend dargeboten mit einer großartigen Arbeit hinter der Schiessbude. Ein bisschen balladesk darf es auf „One Reality“ dann auch noch werden. ‚May’, ausgestattet mit einer Akustikklampfe, hat ganz viel Atmosphäre und zeigt die zarten Seiten der Mannen aus Ephrata in Pennsylvania. Die Stimmung ist aufgebaut und wird mit ‚Our Freedom’ fortgesetzt. Eine sehr melodische Nummer, mit einer Menge Variation im Bereich der Geschwindigkeit. Wieder sehr Leadgitarren-lastig geht ‚Cyclops’ in eine der letzten Runden, bevor mit ‚Pretender’ noch einmal voll angezogen wird. Man merkt es TEXAS IN JULY an, daß sie zum Ende hin immer noch gewillt sind, zu überzeugen. Mit dem Titelsong schließt sich dann auch der Kreis und die Breakdowns schlagen noch einmal zu. Eine unglaublich gute Nummer und das Treiben hat ein Ende. Mit einer sehr ambitionierten Leistung dürfen wir uns auf die Deutschland-Dates freuen und hoffen, dass die teilweise genialen Leads in den kleinen Clubs nicht untergehen. Album-VÖ: 07.10.2011