Trotz des Euro League-Heimspiels von Hannover 96 gegen den FC Kopenhagen ist das Musikzentrum an diesem Abend  mehr als ordentlich gefüllt. Gerade erst bei uns in der Scheiben-Review mit „Oceanic“ bestanden, schon können wir uns diverse Kostproben on Stage genehmigen, ist doch eine Menge livetaugliches Material auf EMIL BULLS’ neuester Langrille dabei. Gespannt durfte man außerdem sein, ob ‚Here Comes The Fire’ aus der Start-Elf fliegt, oder doch der „Phoenix“-Opener das Spiel eröffnet. Bevor allerdings das EMIL BULLS-Feuer entfacht wird, müssen diverse Vorbands ran. Aber um das Ganze nur kurz abzufrühstücken, MORE THAN CROSSED können ein wenig und GUNS OF MOROPOLIS gar nicht überzeugen. Erstgenannte spielen ein wenig in die Bullet For My Valentine-Richtung, hier kann lediglich der Frontmann als einigermaßen charismatisch bezeichnet werden, zur zweitgenannten nur soviel, dass die Mischung aus Volbeat, Elvis Presley, Danzig und Bad Religion so gar nicht meinen Geschmack und den der Besucher trifft. Einige freuen sich zwar und machen das Beste daraus, aber der Großteil steht eher gelangweilt in der Gegend rum. Wer sich so ein Billing ausdenkt? Naja. Nun aber zum spannenden Teil des Abends. Ihre Live-DVD aus dem letzten Jahr ist mit Sicherheit eine der Besten, die ich mir jemals anschauen durfte und ausnahmslos alle gesehenen  Auftritte immer von größtem Unterhaltungswert. Eine Premiere gibt es dann für Gestromt.de gleich noch vorweg. Zum ersten Mal kann man Fotos aus einem Graben machen. Er ist zwar nur einen Furz breit, aber immerhin ist man ungestört, waren die Livefotos aus dem Musikzentrum immer ein Wagnis. Das Bühnenbild wurde für die „Oceanic“-Tour ein wenig aufgemotzt. Außer dem obligatorischem Banner in Großformat hinter dem Schlagzeug, zieren zwei kleinere Ausgaben die linke und rechte Seite der Stage, samt Beleuchtungsleiste oben drauf. Als nun das Licht gedämmt wird, betreten die Jungs um Fronter Christoph von Freydorf die Bühne. Mit dem Intro von „Oceanic“, ‚The Concubines Of Debauchery’  legen die EMIL BULLS einen ungewohnt ruhigen, aber erwarteten Start hin, um dann mit ‚Epiphany’ den harten Kontrapunkt zu fahren und die Sache steil ins Rollen zu bringen. Ich hatte ja bereits in der Review zur Scheibe über die mögliche Wachablösung von ‚Here Comes The Fire’ als Opener gemutmaßt. Das Publikum jedenfalls wirkt bereits sehr textsicher und die Masse gröhlt lautstark mit. Den EMIL BULLS  ist der Spaß an ihrer Sache deutlich anzumerken und so werden alle relevanten Songs und Hits zum Einsatz gebracht. Egal ob die Highlights von „Angel Delivery Service“ wie ‚Leaving You With This' (sogar mit kleinem, charmanten Textpatzer von Sänger Christoph) und ihr damals erster großer Hit ‘Smells Like Rock n Roll’, oder auch die Kracher ‚All In Tune With The Universe’ und ‚The Most Evil Spell’ von „The Black Path“. Sämtliche Dekaden der Band werden berücksichtigt. Im mittleren Teil des Set wird sich dann ausgiebig mit neuerem Material wie ‚The Jaws Of Oblivion’, ‚Not Tonight Josephine’ oder auch ‚Between The Devil And The Deep Blue Sea’ beschäftigt. Zum finalen Siegeszug in den Zugaben wird dann noch unter anderem ‚Newborn’ und ‚Worlds Apart’ zum Besten gegeben und das Volk holt die letzten Kraftreserven aus sich heraus. Ein mehr als gelungener Abend, auch wenn Christoph kurz vor Ende noch das 2:2 Endergebnis aus der AWD Arena verkünden muß. Einziger kleiner Kritikpunkt meinerseits ist die aus der Akustikzeit stammende Intonierung einiger Songs wie zum Beispiel bei ‚Leaving You With This’ oder ‚Smells Like Rock n Roll’. Das nimmt ein wenig die Dynamik aus genannten Stücken. Der Rest war wie immer TOP.