(earMusic / Edel) BUSH bringen zehn Jahre nach ihrem letzten Werk „Golden State“ ein neues Album heraus. Mit dem erstgenannten  lernte ich die Band kurz vor ihrer Trennung 2002 kennen und habe seitdem versucht, mein Verlangen nach neuem Material mit Gavin Rossdales nächster Band Institute oder seinem Soloalbum „Wanderlust“ zu tilgen. Leider erfolglos. Beide Veröffentlichungen - völlig anders als jedes BUSH-Album - konnten mich nie völlig begeistern und so erwartete ich (wie viele andere) sehnsüchtig  eine echte Reunion inklusive neuer Platte und Tour.  Dieser Wunsch hat sich nun teilweise erfüllt: Drummer Robin Goodridge und Rossdale haben sich mit zwei alten Freunden zusammengetan und „The Sea Of Memories“ klingt nicht wie die oben genannten „Lückenfüller“. Es ist sicherlich nicht wie „Sixteen Stone“, BUSHs Debütalbum von 1994, das viele immer noch als Maßstab für die Band verwenden, aber der Sound ist definitiv  BUSH. Das liegt natürlich zunächst an der unverwechselbar schönen Stimme ihres Sängers, jedoch auch daran, dass der Stil von „The Sea of Memories“ die frühere Entwicklung Richtung Alternative Rock fortsetzt. Vergegenwärtigt man sich das vergangene Repertoire, so dürfte man „The Sea of Memories“ wohl als Mischung aus den letzten beiden richtigen BUSH-Alben ansehen, denn alle Songs sind vergleichsweise zahm rockig und sehr eingängig, aber nicht langweilig. Vielleicht eher gereift  und wie immer mit unglaublich bildhaften Texten. Es gibt einige elektronische Elemente, aber auch das hat sich in der Vergangenheit schon angedeutet. Wie immer gibt es Balladen und schnellere Songs, allerdings eben keine richtigen Rockknaller. Die Stimmung auf dem Album ist mal melancholisch, mal hoffnungsvoll oder nachdenklich, aber immer irgendwie positiv. Der Albumtitel  verkörpert deswegen sowohl den Ton als auch die Atmosphäre, was ich selten und schön finde. Dazu hat sich der eine oder andere Schmachtfetzen eingeschlichen. Nun ja, was kann man als Songwriter schon tun, wenn Mann mit einer Gwen Stefani verheiratet ist. Man sollte ihm nicht vorwerfen, dass er gutgelaunte Songs schreibt, auch wenn man die leicht abgründige, doppeldeutige Note älterer Songs vermissen könnte. Songs wie ‚The Heart Of The Matter‘ , ‚All Night Doctors‘  oder ‚The Afterlife‘ entschädigen voll für jeden kleinen Zweifel, der im Hinterkopf anklopfen will. Album-VÖ: 28.10.2011