Vor einer Ochsentour sollte man Prostagutt Forte einwerfen. Oder einfach wenig (alkoholische) Getränke während der Fahrt konsumieren. Zu fünft quetschten wir uns in Marcels BMW und schruppten 290 km in Richtung Berlin, um uns die 2011er Version der IMPERICON NEVER SAY DIE TOUR zu gönnen. Diese war wegen großer Nachfrage ins Huxleys verlegt worden und lockte mit großen Namen wie SUICIDE SILENCE, EMMURE, DEEZ NUTS und staffierte diese Top-Acts mit aufstrebenden Künstlern / Geheimtips wie VANNA, THE HUMAN ABSTRACT, THE WORD ALIVE und AS BLOOD RUNS BLACK aus. Sieben Bands, Doors sollten um 18:00 geöffnet werden, um 18:30 Uhr sollte es laut Homepage losgehen. Fotos des Events aus Leipzig hatten wir Euch ja schon geliefert, wir merkten uns Berlin als letzte Stippvisite der Tour für unseren kleine Berichterstattung vor. Aufgrund von Harndrang und Raucherpausen erreichten wir das absolut beeindruckende Huxleys, eine wirkliche Top-Location, leider erst, nachdem VANNA ihr Set bereits beendet hatten. Beim Toilettengang sagte mir mein Urinal-Nachbar links, die sollen ganz gut gewesen sein, allerdings habe der Sänger geklungen, wie eine Frau. Die Geschmäcker sind halt verschieden! THE HUMAN ABSTRACT bereicherten mit ihrem Progressive Metal(Core) mit melodischen Gesangseinschüben das Billing und boten eine amtliche Show. Vor allem der Rasta-Mann war auf der Bühne gut am Propeller-Moshen! Gute Wahl, diese Band auf die Liste zu hieven, da sie ja nicht ganz hundertprozentig zur Zielgruppe passen. THE WORD ALIVE konnten wir im Mai in Leipzig beim IMPERICON PROGRESSION FEST bewundern und im Direktvergleich mit diesem Abend kann man sagen... ein knappes halbes Jahr später klingt die Band noch um einiges tighter und kompakter, als „damals“ in Leipzig. Ob der Sänger wieder einen Salto präsentiert hat, kann ich nicht wirklich sagen, oben rein unten raus gehörte zu einigen Standard-Betätigungen, Unterhaltungen wollten zudem auch geführt werden und der Merchtresen wollte ja auch in Augenschein genommen werden. AS BLOOD RUNS BLACK's Shouter Sonik wirkt auf der Bühne immer recht klein, ist aber dafür äußerst agil. Der sollte sich ’nen Schrittzähler an die Hüfte kleben und sich nach gemachten Kilometern auszahlen lassen, die Kasse würde klingeln. Nach dem schweißtreibenden Gig der DeathCore-Meute aus der Stadt der Engel wissen wir: der Sänger ist wirklich klein, darüber hinaus auch noch ziemlich nett und extrem Fan-nah, denn nach dem Gig hielt er sich recht lange im Zuschauerraum auf und war für jede kleine Fotosession zu haben. Auch für die unsere! 😉 DEEZ NUTS sind nicht wirklich mein Ding, deren „HipHopCore“ hatte es aber immerhin bis auf den dritten Platz der Rangliste geschafft. Die meiner Meinung nach gehypte Mucke der Bande ging so gut wie komplett an mir vorbei, die Band hatte aber sichtlich Spaß und machte witzige Ansagen. EMMURE mausern sich so langsam zum Dauergast der NEVER SAY DIE TOUR. Bereits im letzten Jahr konnte uns die Band ordentlich die Lauscher durchblasen, Berlin bekam es mit der ganz groben Kelle. Da ich mir das Spektakel natürlich von ganz weit hinten ansah, kann ich auch nichts zu Martial Arts-Auswüchsen vor der Bühne sagen. Fakt ist...EMMURE fuhren den dicksten und wuchtigsten Mosh des gesamten Abends, ihr Sound ist einfach prädestiniert zum Ausrasten und Abgehen, das hier war / ist musikalisch vertonte Brutalität. Wer bei EMMURE still steht, ist auf dem falschen Festival, gegen diese Wand aus Sound kamen auch die Headliner nicht an. SUICIDE SILENCE's wandelndes Bilderbuch Mitch Lucker war beim Friseur und kapselte sich mit der extrem stylishen Frise noch mehr von seinen vier langhaarigen Mitmusikern ab. Auf dem Vainstream konnte ich mich zum ersten Mal von der Präsenz der DeathCore-Maschine überzeugen und dieser Combo zuzusehen, macht einfach Spaß. Der ziemlich schlanke und große Lucker hat einfach eine absolut eigenständige Art, abzugehen und die Menge anzuheizen. Wenn er sich auf sein Podest hängt, wirkt er schon fast wie ein Hypnotiseur der Massen, anstatt wie der Sänger einer extremen Metal-Band. Krönender Abschluss des Gigs war die Aufforderung an die Fans, die Bühne zu stürmen. Taten wir dann auch, nur leider war das, als das Hallenlicht anging und die Band sich verdientermaßen verabschiedete. Geiles Package, sehr schönes Venue, an diesem Abend stimmte alles! Bis auf die Entfernung nach Hause! Um vier genehmigte ich mir dann zu Hause noch einen „04:00 Uhr Kohlkönig“, da der Kühlschrank echt nix anderes mehr hergab! Klingt pervers und eklig...und war es auch! Freue mich schon auf’s nächste Jahr! Vielleicht wieder mit EMMURE? 😉 (Fotos by Felicitas Horn)