(Arctic Rodeo Recordings) Ständig immer mal wieder weltweit auf Tour, aber ein regulärer Longplayer war nicht in Sicht. Samplerbeiträge gab es auch immer mal wieder, aber mit einer Veröffentlichung hat wohl niemand mehr so richtig gerechnet. Falsch gedacht, aber auch gut so, denn nun kommt "Local State Inertia" umso überraschender. Überraschend in doppelter Hinsicht, zum einen weil überhaupt etwas kommt, zum anderen, weil das Album verdammt frisch und unverbraucht klingt. In den Neunzigern zählten die Jungs aus Chicago zu den wichtigeren Emo-Punk-Rock-Bands und diverse Bands nennen sie heute, wenn es um deren Einflüsse geht. Die aktuellen Songs bewegen sich häufig im Mid-Tempo-Bereich, ihren Sound könnte man als zeitgemäß aber traditionell, leicht old-school-rockig beschreiben. Markenzeichen ist aber immer noch der herausstechende Gesang und die verdammt guten Hooklines. Immer straight geradeaus und nach vorn treibend mit einer dicken Portion an Melodien versüßt. HORACE PINKER verstehen auch heute noch ihr Handwerk und lassen so manch jungen Hüpfer aus den Stylo-Kapellen mehr als alt aussehen. Mit den zwei Händen voll Emo-Punk-Rock klatschen sie uns ein Gute-Laune-Werk um die Ohren, dass sich gewaschen hat. Samiam meets Jawbox meets Hot Water Music. Überraschend tolles und knackig frisches Comeback auf Scheibe – natürlich bei Arctic Rodeo … wo bitte sonst? Album-VÖ: 07.10.2011