BUSH, EVALINE, Hamburg, Docks, 05.11.2011

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Endlich ist es soweit! 9 Jahre nach der Auflösung von BUSH wie wir sie kennen, kehren Gavin Rossdale, Robin Goodridge mit zwei “neuen” Gesichtern und einem frischen Album im Schlepptau zurück auf deutsche Bühnen. Können die hohen Erwartungen, die sich in den Jahren angesammelt haben, überhaupt erfüllt werden? Die Antwort ist eindeutig: JA! Sie sind sogar noch zu toppen!

Der Abend startet unerhört früh mit Einlass um 18 Uhr! Zu der Zeit haben sich bereits viele BUSH-Fans vor dem ausverkauften Docks versammelt und ein Blick auf das Durchschnittsalter verrät, dass auch viele Hörer von früher dabei sind. Um 19 Uhr sammeln sich die sechs Mannen vom Support EVALINE auf der vollgestellten Bühne und beginnen mit ihrer energiegeladenen Show. Wie letztes Jahr, als ich die Band vor Placebo in der Brixton Academy gesehen habe, wundere ich mich, warum sie nicht viel bekannter sind. Drummer Greg Petersen arbeitet wie ein Tier hinter den Trommeln und wird bei einigen Songs auch noch von den Gitarristen unterstützt. Sänger Richard Perry lebt für Aufmerksamkeit, wirft sich über den Bühnengraben auf die Absperrung zum Publikum, darunter leidet die Technik, sein Mikrophon fällt aus. So etwas ist schade, aber passsiert eben. Die Beleuchtung ist allerdings eine Zumutung, strahlt einem lästig direkt ins Gesicht und macht es so zeitweise unmöglich, überhaupt etwas zu sehen. Aber EVALINE schaffen es trotzdem, einen guten Eindruck zu hinterlassen. “Gerockt haben sie schon” sagt meine Nachbarin, als die Band nach zu kurzen 23 Minuten mit dem Abbauen anfängt.

Und dann endlich gehen kurz nach Acht die Lichter im Docks aus und gespannte Vorfreude platzt aus der Menge heraus, als BUSH mit ihrem alten Hit ‘Machinehead’ loslegen. Dass das Set mit einem alten Song beginnt, dürfte die Gemüter beruhigen, hatte man doch befürchtet, die Band könnte die Vergangeheit herunterspielen und sich mehr auf neue Songs konzentrieren, die alten bestenfalls als Stimmungsmacher hervorkramen. Da das nicht der Fall ist, geht es sogleich mit ‘The Chemicals Between Us’ weiter, bevor mit ‘All My Life’ der erste neue Song angekündigt wird. Zu dieser Zeit bin ich schon völlig vom Glück darüber erfüllt, dass eine meiner Lieblingsbands genauso toll ist, wie ich immer dachte. Als dann mit ‘Greedy Fly’ noch einer meiner persönlichen Favoriten angestimmt wird, ist der Abend bereits perfekt. Zwischendurch gibt es einen kleinen Monolog von Mister Rossdale darüber, wie dankbar man sei, wieder zurück zu sein und dass man jeden einzelnen seiner Fans liebe. Der Sänger trägt ein Shirt mit der Aufschrift “Geil. Derbe”. Ob er weiß, was das heißt? Es scheint jedenfalls die Kommentare des Publikums widerzuspiegeln.

Es folgt “der Brückensong” zwischen Alt und Neu, die Single ‘The Sound Of Winter’, die von den Zuschauern ebenso wie ein früherer Hit zelebriert wird und in seiner Wirkung trotzdem kein Vergleich zur Freude über ‘Everything Zen’  ist. Jeder Song wird zu einem neuen Highlight, die Stimmung ist eine der besten und angenehmsten, die ich bisher erlebt habe. Gavin Rossdale, der wohl von allen Frauen wie auch Männern verehrte Sänger, springt sobald er keine Gitarre trägt, mehrmals hinab zu seinen Jüngern und zeigt keinerlei Berührungsängste. Die ganze Band scheint Freude am Spielen zu haben. Schlagzeuger Goodridge kann man zwischen seinen Drums manchmal strahlend hervorlugen sehen. Die beiden Nicht-Urmitglieder gehören eindeutig mit zum Team und wissen ebenfalls zum Jubeln zu motivieren. Bei der Ballade ‘All Night Doctors’ spielt Bassist Corey Britz Piano und Chris Traynor ein modernes Cello, sodass auch ein ruhiges Lied zum intensiven Erfolg wird. ‘Swallowed’ live fällt dann wieder in die Kategorie “Lebenstraum”, bevor bei ‘The Afterlife’ die große Überraschung stattfindet. Gavin verbringt den gesamten Song im Publikum beziehungsweise auf der Theke. Der Sänger verschwindet teilweise komplett in der Menge und doch klingt der Gesang immer perfekt. Alle Achtung! Mit ‘Little Things’ wird noch der letzte Nörgler begeistert, bevor man sich nach einer guten Stunde zurückzieht.

Aber was wäre der Abend ohne geniale Zugabe? Mit ‘Come Together’ von den Beatles zollt Rossdale der Band aus seiner Heimat Respekt, der Menge gefällt’s und den Song kann ja wirklich jeder mitsingen. Es wird sich noch einmal bedankt und man bekommt den Eindruck, dass BUSH sich die Rückkehr lange gewünscht und auch wirklich verdient hat. Bei ‘Glycerine’ steht Rossdale allein im Fokus der Aufmerksamkeit und bringt diesen Song wunderschön wie immer über die Bühne. Mit einer langen Version von ‘Comedown’, bei der auch die Zuschauer noch einmal den Gesang übernehmen dürfen, was BUSH sichtlich gefällt, verabschiedet sich die Band schließlich von Hamburg. Alles summiert sich zu einem der schönsten Konzerte, auf dem ich je gewesen bin (und wenig waren es ja nicht gerade) und der Abend endet sogar noch in der größten aller Ehren, als ich meinem Teenagerheld, der völlig entspannt und überaus freundlich ist, gegenüberstehe und ihm meinen Dank aussprechen darf.

6 von 6 Punkten
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2 Kommentare zu “BUSH, EVALINE, Hamburg, Docks, 05.11.2011”

  1. joe sagt:

    Vielen Dank für den schönen bericht und vor Allem die Playliste die ich suchte:
    Machinehead
    The Chemicals Between Us
    All My Life
    Greed Fly
    The Sound of Winter
    Everything Zen
    All Night Doctors
    Swallowed
    The Afterlife
    Little Things
    Pause
    Zugaben:
    Come Together (Beatles)
    Glycerine
    Comedown

    Ich bin genauso begeistert von dem Konzert gewesen und bin es immer noch. Das war grandios!
    Viele Grüße.

  2. Wencke sagt:

    Schön, dass Konzert und Bericht dir gefallen haben. Ich bin auch noch ganz begeistert. Allerdings habe ich mich nur an der Setlist orientiert, gar nicht alle Songs erwähnt. Sie haben nach Everything Zen noch “I Believe in You”, “The People That We Love” (da war Gavin auch wieder auf der Absperrung)und laut setlist.fm auch “The Heart of The Matter” gespielt, insgesamt also 16 Songs :-) .

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