(Century Media) Erste Klarstellung und Entwarnung, VILDHJARTA spielen keinen Black Metal, auch wenn man Schwarzwurzel-Alarm bei diesem Bandnamen annehmen könnte. Die Band aus Schweden hat sich eher einem anderen Sound verschrieben und das hört man hier mit jeder brutalen Note. Meshuggah-Einflüsse werden sofort offenbar, aber die kommen ja seit dem 2008er „Obzen“ auch nicht mehr aus den Hufen und so können die „Ziehsöhne“ die Thronfolge übernehmen, so lange die Könige nicht bereit sind, zu herrschen. Die Jahre 2010 / 2011 entwickeln sich langsam zum Siegeszug eines Genres, was keines sein will und welches mit einem unsäglichen Namen ausgestattet wurde: Djent. In der Blütezeit von Meshuggah und auch Sikth nannten wir das mal „technischen Neo-Thrash“, aber VILDHJARTA haben einen eigenen Begriff, bzw. Kampfschrei für ihre Musik geschaffen, der von Aufklebern und T-Shirts prangt, oder uns diverse Male in ihrem großartigen und stimmungsvollen Video zur ersten Album-Single ‚Dagger’ begegnet: Thall! Bands wie Periphery, Born Of Osiris, Uneven Structure und nun auch VILDHJARTA erscheinen nach und nach auf der Bildfläche und ziehen unzählige Fans an, so dass man meinen könnte, es würde einen weiteren Boom geben, wie einst mit New Metal und MetalCore. Und VILDHJARTA besteigen das Siegertreppchen für Heavyness gleich mittig, denn  „Måsstaden” ist verdammt brutal! Und definitiv nichts für Leute, die ihre Musik simpler strukturiert und nachvollziehbar wollen, denn das ist der Sound hier auf keinen Fall! Der Name Meshuggah hätte schon alles klar machen sollen, denn genau so ein Polyrhythmik-Massaker erwartet uns auch hier. VILDHJARTA bestehen aus sieben Musikern. Die Band wurde 2005 von Daniel Bergström (Gitarre, Hauptsongwriter), Jimmie Åkerström (Gitarre) und Johan Nyberg (Bass) im schwedischen Hudiksvall ins Leben gerufen. Monströser Groove und sezierende Riffs sind hier an der Tagesordnung, alles schön runtergestimmt und auf die Zwölf. Stakkato-Riffs, sich duellierende Klampfen, Irrsinn in Perfektion! Daniel Ädel und Vilhelm Bladin (seit 2011 neu dabei) sind für den Gesang zuständig, drei Gitarristen liefern eine brutale Wand aus Mosh und verqueren Riffs, die sich tief in die Hirnrinde bohren und fräsen. Einer der Sänger brüllt stilistisch wie Jens Kidman von Meshuggah, der andere growlt einige Stockwerke tiefer. Der Blitzkrieg-Angriff auf Ohren und Hörgewohnheiten wird durch dunkle und atmosphärische Passagen aufgelockert, die „Måsstaden” neben der willkommenen Abwechslung noch ein weiteres Stück an Bösartigkeit und Komplexität verleihen. Ich frage mich als jemand, der kein Instrument beherrscht, jedes Mal, wie man das hier überhaupt live darbieten kann, ich denke das geht nur, wenn man ein wirklicher Virtuose an seinem Instrument ist. Anhand der Produktion, die jeden Beckenschlag erkennen lässt, kann man VILDHJARTA diese Ausnahme-Fertigkeiten mal unterstellen. ‚Traces’ kommt als einziges Stück mit cleanen Gesangs-Passagen, die aber eher gesprochen sind und dem Song etwas majestätisches verleihen. ‚Dagger’ ist mit seinen Vocal- und Tempiwchseln der härteste Track, wobei auch ‚All These Feelings’ musikalisch vertonte Brutalität in seiner überrollendsten Form darstellt. Und überrollen tut das komplette Material auf diesem Longplayer. Brutalität hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun, dass predige ich schon seit Jahren, „Måsstaden” planiert demzufolge meist im vertrackten Midtempo, auf dem sich alle Musiker schön austoben können. Für alle Fans der genannten Bands herrscht Kaufzwang! Und vergesst MetalCore, diese ganzen Püpchen-Combos vernaschen VILDHJARTA mit nur wenigen Tönen! Album-VÖ: 25.11.2011