Da entschließt man sich spontan auf einem Dienstagabend ein wenig hotten zu gehen und muß im Nachhinein doch arbeiten ( 😉 ). Da unser zuständiger Redakteur an diesem Abend durch tiefen Nebel von seiner Fahrt nach Hannover abgehalten wurde, übernehme ich an dieser Stelle mal den Informationsdienst für alle Gestromt-Leser. Leider müssen wir an dieser Stelle auf Livefotos verzichten und Songtitel hab ich mir auch keine gemerkt, zu sehr war ich mit Tanzen, Hüpfen und Mitgrölen beschäftigt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so abgegangen bin. Ihr merkt bereits an meinem Schreibstil, hier wird weniger berichtet, als mehr erzählt. Die Faust ist an diesem Abend rappelvoll und es ist jegliches Format an Alterklassen anwesend. Schließlich gibt es die Zebraköppe schon eine ganze Weile und die nimmermüden Amis haben schon eine geschätzte Milliarde Scheiben an den Start gebracht, wovon ich im Übrigen keine einzige besitze. Aber egal, live geht diese Mukke immer und wie eingangs erwähnt, sind wir zum Hotten da. Den Anfang machen die Berliner von RADIO HAVANNA. Mit ihrem rotzigen Deutschpunkrock bieten die Hauptstädter eine bewegungsfreudige Show mit einem hohen Spassfaktor und die Menge vor der Bühne taut nach anfänglicher Schockstarre immer mehr auf. Klar sind die Texte zum Teil sehr politisch und mich nervt dieses Propaganda-Gehabe tierisch, aber das gehört nun mal dazu und wenn man die Lyrics einfach ausblendet, hat man leichte Kost zum warm werden. Gespannter ist man da schon eher auf die Kinder in den Glasshäusern, denn KIDS IN GLASS HOUSES geben ihr Hannover-Debüt und man war im Publikum gespannt, ob hier mit dem großen Headliner mitgehalten werden kann. Mit ihrem Alternative-Rock sind die Mannen um Fronter Aled Philips auf den britischen Inseln eine gute Hausnummer und mit drei Scheiben und dem Platz 29 Einstieg ihres Debüts in den UK Charts gut unterwegs. Feuer frei heißt es aber zunächst nur beim Fronter selbst. Der Rest der Mannen aus Südwales ist zwar musikalisch hervorragend, aber eben auch leider relativ schüchtern on stage. Müßten sie eigentlich gar nicht sein, denn die Masse vor der Bühne geht ordentlich mit und der Pit in der Mitte ist sehr gut besucht. Erst als sich Blickmagnet Aled in die Zuschauer begibt und das Publikum mit ihm tanzen darf, ist auch die Bühne etwas mehr in Bewegung. Gott sei Dank reichte das Mikrokabel bis zur hinteren Bar, denn dort begab sich der Sänger auch noch oben auf den Tresen. Wären die Jungs nicht so talentiert und hätten solch klasse Songs am Start, ich wäre wohl ein wenig enttäuscht, aber Dank ihres Frontmannes und dem Liedgut bleibt nur zu sagen: Diese Klasse braucht nur ein wenig mehr Bewegung on Stage. In Hannover ist es arschkalt an diesem Abend und in der Faust zieht es wie Hechtsuppe, da verwundert einen dieser Bühnenaufbau schon ein wenig. Das Banner sieht aus wie aus einem Urlaubsresort und an der linken Stageseite steht eine Art Bar und als ZEBRAHEAD dann die Bühne erklimmen, wird klar: Dieser Abend wird heiß. In Hawaiihemden und mit Blumengirlanden umhängt, legen die Animateure aus Orange County mächtig los. Das Publikum ist auf den Punkt da und rockt sich die Seele aus dem Leib. Auch meine Füße stehen an diesem Abend nicht mehr still, aufgrund dieses überragenden Schauspiels. Man fühlt sich zu jeder Minute in die 90er zurück versetzt und feiert jede Songperle gebührend ab. Hin und wieder werden Zuschauer auf die Bühne geholt und an der Stage-Bar mit Bier versorgt, bevor man sie wieder in die Menge verfrachtet. So sollte Punkrock sein, mit Spass, Niveau und weniger politischem Gemecker. Konzerte sind zum Feiern da und der Alltag darf gerne vor der Tür gelassen werden. ZEBRAHEAD zeigen wie es geht und werden von mir dafür mit dem Prädikat „Einer der wertvollsten Gigs 2011“ ausgestattet. Und an dieser Stelle entschuldige ich mich noch einmal für meine lapidare Berichterstattung, aber wie eingangs erwähnt, war ich zum Hotten da. Cheers 😉