(Paramount Pictures Germany) Das neueste Werk der MISSION:IMPOSSIBLE-Reihe bringt schon hinter der Kamera einige Veränderungen mit sich. J.J. Abrams ist dieses Mal als Co-Produzent, nicht als Regisseur tätig. Jene Rolle hat Brad Bird übernommen, der bisher eher durch seine Mitarbeit an Animationsfilmen bekannt ist. So hat er zum Beispiel Die Unglaublichen und Ratatouille inszeniert. Kann ein Kinderfilmmacher einen Actionfilm gut aussehen lassen? Definitiv! PHANTOM PROTOKOLL ist auf dem Actionlevel absolut mit seinen Vorgängern vergleichbar; es gibt Verfolgungsszenen während eines Sandsturms, die üblichen Aufeinandertreffen von „gut“ und „böse“ und nicht zuletzt die schon im Vorfeld medienwirksame Sequenz, in der Agent Hunt (Tom Cruise) am höchsten Gebäude der Welt hochklettert. Wenn man sich dabei vorstellt, dass der Mann sich beim Filmen dieser Szene nicht doublen (wenn auch wenigstens sichern) ließ, kriegt der sonst so unrealistische Film eine ganz neue Authentizität. Die Geschichte ist vielleicht etwas willkürlich, aber ja auch nur Mittel zum Zweck: Ein Agent verliert neben seinem Leben wichtige Abschusscodes für Nuklearwaffen an eine Femme Fatale, die die Papiere an einen russischen Bösewicht (Schwede Michael Nyqvist) überbringen will. Beim Versuch in dessen Heimat mehr über diesen gefährlichen Mann zu erfahren, wird Ethan Hunts 'Impossible Missions Force' (IMF) in eine Falle gelockt. Die Aktion endet damit, dass die russische Regierung das Team als Terroristen sucht, die amerikanische Regierung die IMF verleugnet und jene von nun an auf sich allein gestellt ist. Es beginnt eine Odyssee von Moskau über Dubai bis nach Indien. Abgesehen davon, dass sie versuchen, die Codes zurückzuholen, müssen Hunt und Co. nun also auch noch im Verborgenen handeln. Hierbei muss sich der Anführer auf sein ungewöhnliches Team und gerne versagende Technik verlassen, was zu der einen oder anderen kuriosen Situation führt. Mit von der Partie sind Jane Carter (Paula Patton), die gerade ihren Partner bei einer Mission verloren hat, Benji Dunn (Simon Pegg), der vom Technikfreak zum Außendienstagent aufstieg und der verschlossene Schreibtischhengst  William Brandt (Jeremy Renner). Pegg sorgt natürlich für die Komik zwischen der ganzen Action, Patton für die Frauenpower. Bei Renner, dessen Figur mehr kann, als man zunächst denkt, darf angenommen werden, dass er vielleicht als Cruise-Ersatz dienen soll, wenn jener keine Lust mehr auf eine Rolle vor der Kamera hat. Im Großen und Ganzen schafft MISSION:IMPOSSIBLE – PHANTOM PROTKOLL bestimmt nichts Neues, aber bei so einer erfolgreichen Reihe darf man sich auch auf Altbewährtes verlassen. Der Film kann problemlos angeguckt werden, ohne dass man die vorherigen Teile kennt. Man sollte sich vorher klarmachen, dass die technische Ausstattung des Teams, sowie die Action und was man alles so überlebt, natürlich lächerlich weit jenseits jeder Realität ist. Findet man sich damit ab, kann man sich gut zwei Stunden lang mit Action und Unterhaltung berieseln lassen und dabei Spaß haben, auch wenn der Film nicht lange nachwirken wird. Film-Start: 15.12.2011