Nicolas Cage und die Fortsetzung über einen Stunt-Biker, der seine Seele dem Teufel überschrieben hat und nun ein Doppelleben als Seelen-Kopfgeldjäger, als Ghost Rider, fristet. Alles an diesem Film schreit im Vorfeld „Trash“ und man plant eigentlich nur, sich GHOST RIDER – THE SPIRIT OF VENGEANCE anzusehen, um sich darüber lustig zu machen. Das war bei mir zugegebenermaßen gar nicht anders. Umso überraschender oder peinlicher ist es, dass ich nun relativierend sage: Ich habe trotz allem schon schlechtere Filme gesehen. GHOST RIDER 2 (kurz und gut) profitiert sicherlich von und spielt vielleicht sogar mit den niedrigen Erwartungen. Der Film nimmt sich und seine Story demonstrativ nicht ernst. Das macht er in bester „Crank“-Manier (Mark Neveldine und Brian Taylor führten auch hier Regie), also mit größtenteils wahrlich bekloppten, aber witzigen Actionszenen. Nun zum Inhalt: Der zehnjährige Danny und seine Mutter werden von dubiosen Männern entführt. Auftraggeber ist der Teufel persönlich, der an Danny wegen dessen „spezieller Fähigkeiten“ besonderes Interesse hat. Moreau (Idris Elba), eine Art Mönch, der die Sicherheit der beiden gewährleisten sollte, sucht daraufhin den als Einsiedler lebenden Johnny Blaze (Nicolas Cage) auf. Da Johnny seinen inneren Ghost Rider lieber unterdrückt, bedarf es eines Angebots, das er nicht abschlagen kann, bevor er sich wieder verwandelt und die Suche nach dem Kind aufnimmt. Schnell kann er Danny und seine Mutter aus den Fängen von Carrigan (Johnny Whitworth), dem Schergen des Teufels, befreien, aber damit ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Schließlich muss sich Johnny zwischen dem eigenen Seelenheil und dem Leben des liebgewonnenen Jungen entscheiden. Platter geht’s doch eigentlich nicht, oder? Stimmt. Woran liegt es also, dass ich den Film nicht für einen kompletten Totalausfall halte? Weil Schurke Carrigan bis zu seiner seltsamen Mutation irgendwie etwas für das weibliche Auge ist? Weil die Darsteller und Regisseure dieses sinkende Schiff doch irgendwie mit Stolz steuern? Tatsächlich kann man an diesen Film gar nicht ernsthaft herangehen. Die Ghost Rider-Animationen (Cage als brennendes Skelett auf einem Bike) sind einfach immer so over-the-top und mit ohrenbetäubender -zugegeben cooler- Mucke unterlegt, dass man darüber lachen muss. Zwischendurch gibt es (unfreiwillig?) komische Sprüche oder Situationen und comichafte Sequenzen, die die Action durchbrechen und auflockern. Ich würde niemanden, überreden sich diesen Film anzusehen, aber man kann schon definitiv sinnfreien Spaß erleben. Der Film scheint was für große Jungs zu sein, die einfach mal Effekt-Kino, Motorräder, Feuer und Krach erleben wollen.