(Sumerian Records / Plastic Head) Auch auf die Gefahr hin, die allgemeine Hardcore-Gesellschaft wird mich beim nächsten Konzert auslachen, steinigen oder auch „wegspinnkicken“, aber ich kann mit Oldschool-Hardcore a la Suicidal Tendencies, Madball, Sick Of It All und Konsorten so rein gar nichts anfangen. Auch beim letztjährigen Reload-Festival bin ich bei Agnostic Front's Auftritt sanft dahin geschlummert. Ja, modern sollte sein. Hatebreed oder The Ghost Inside sind da schon mehr meine Baustelle UND natürlich, die hier zu besprechenden STICK TO YOUR GUNS. Eine Bemusterung gab es zwar leider nicht für uns, aber die Jungs aus Orange County sind nun mal meine unangefochtene Nr. 1 in Sachen Hardcore und so kann ich es mir natürlich nicht nehmen lassen und schiebe für Gestromt.de eine Sonderschicht ein. „Comes From The Heart“ und „The Hope Division“ waren ja bereits richtige Kracherscheiben, 'Amber' ein Übersong, aber dürfen die Jungs mit „Diamond“ einen weiteren Aufstieg verbuchen? Verschiedenste Reaktionen waren bei den Vorabveröffentlichungen zu vernehmen. Einigen zu soft und melodiös geworden, für andere dagegen eine Erleuchtung schlechthin. Eine höhere Variabilität im Sound haben die Mannen um Fronter Jesse Barnett sicherlich in der Neuverpflichtung von Gitarrist und Ex-Evergreen Terrace-Member Josh James gefunden, denn auch im Gesang haben sich dadurch einige Möglichkeiten ergeben. Mit dem Titelsong ‚Diamond’ geht die Reise kurz und knackig mit dem typischen Dialog zur Einstimmung los. Die Gitarrenwand pumpt, die Drums wippen und mein Kopf beginnt im Takt zu nicken. Der Gesang setzt ein und die Atmosphäre baut sich das erste Mal groß auf, um danach in den ersten Oberkracher ‚Against Them All’ überzugehen. Schon vorab durfte man diese Nummer als Auskopplung begutachten und der Mitsingfaktor spricht für sich. Großartiger Chorus und die erste gesangliche Kostprobe von Josh James. Wer aber jetzt denkt, hier Melodien am Stück zu bekommen, sieht sich getäuscht. Zwar beginnt ‚Such Pain’ seicht, aber schon nach guten 30 Sekunden haben wir das erste waschechte Hardcore-Brett, auch wenn wir uns zwischendrin abermals mit aufbauender Atmosphäre samt Akustikgitarre beschäftigen dürfen, sind wir mit nachfolgendem Song ‚The Bond’ im Hardcore-Land angekommen und auch ältere STICK TO YOUR GUNS-Fans werden bedient, samt Gangshouts und Breakdowns. Mit ‚We Still Believe’ haben wir dann unseren nächsten Oberhit-Superkracher am Start. Ja es hört sich alles zu schön an, um wahr zu sein, aber ich denke der waschechte Fan wird Freudentränen vergießen. Auch das Video zum Song kann sich sehen lassen und wurde von einem deutschen Unternehmen produziert. We will carry on und machen mit ‚Ring Loud (Last Hope)’ weiter, ein von Kindern gesungener Chorus inclusive. Kurz und knackig ummantelt mit waschechter Attitüde. Den reinsten Hardcore findet man im anschliessenden ‚Empty Heads'. Das wird alle Spinnkicker dieser Welt erfreuen und auch von der Spielzeit her zum Austoben geeignet. Oberknaller the next mit ‚Beyond The Sun’. Mitsingen ist erlaubt und man darf gespannt auf die Liveumsetzung kommenden Sommer in Germany sein und da Melodie seinen Platz braucht, haben wir hier unsere längste Nummer. ‚Life In A Box’ dagegen stellt mit 1:28 Minuten Spielzeit die kürzeste Spielzeit und der Hackeklotz wird wieder ausgepackt. Sehr erfreulich, dass es mit ‚Bringing You Down’ ein Song auf die Scheibe geschafft hat, der ursprünglich für ein Wallstreet-Thema verfasst wurde und weit vor Veröffentlichung von „Diamond“ das Licht der Welt erblickte und widerum einen Oberknaller der Scheibe darstellt. Da ja das Kürzel „I am“ in "Diamond" steckt, beschäftigt sich folgendes, kurzes Intermezzo mit der Reise ins ich. Eine Verlautbarung mit sicherlich persönlichen Gründen. ‚Build Upon The Sand’ bildet dann den genialen Schlusspunkt. Eine saumässig intensive Nummer, die sogar mit Streichern im Hintergrund ausgestattet ist und sich in Sachen Atmosphäre förmlich überschlägt. Man muss kein Prophet sein, um mein abschliessendes Fazit zu erahnen. Ja liebe Leser/Hörer, wir haben es hier definitiv mit der absoluten Hardcore-Scheibe des Jahres zu tun. Der Name ist Programm und für mich steht eine der Top 3 Platzierungen dieses Jahr bereits fest. Normalerweise höre ich eine Scheibe zwei bis drei Mal bevor ich sie rezensiere. „Diamond“ habe ich bereits an die zwanzig(!!) Mal gehört und von daher sind die Würfel gefallen. Volle sechs Blitze und von mir noch mindestens zwei dazu. Absolute Weltmacht! Album-VÖ: 27.04.2012