MATT SKIBA, seines Zeichens Sänger und Gitarrist bei Alkaline Trio wird ja für seine vielen Neben- oder Soloprojekte ebenso geliebt wie für seine unerhört witzig-emotionalen Songs, bei denen man oft nicht weiß, ob man gerade lachen oder weinen möchte. Dass Herr Skiba in seiner Freizeit ein surfender Film- und Motorradliebhaber mit meist guter Laune ist, ist dank Internet auch hinreichend bekannt. Da sein neuestes Solowerk „Babylon“ alle diese kleinen Facetten vereint, kann man beim Anhören sofort sagen, dass es SKIBA pur ist. So findet man die melodischen Ohrwürmer von Alkaline Trio (‚Luciferian Blues‘ ‚Voices‘, ‚All Fall Down‘) und die Synthie-Stücke, wie ‚Haven’t You‘, und ‚You‘ die vielleicht an sein Projekt Heavens erinnern. Tatsächlich könnte man sich die meisten der Songs auf einem –man möchte fast sagen- „uninspiriertem“  Nachfolgealbum von „This Addiction“ vorstellen, aber damit war definitiv zu rechnen.  MATT SKIBA gehört eben nicht zu jenen Menschen, die eine Veränderung oder einen Stilwechsel erzwingen und dadurch Gefahr laufen, unaufrichtig zu wirken. „Babylon“ wirkt allerdings vielleicht noch poppiger und glatter als Alkaline Trios letzte Werke und natürlich stellt sich auch die Frage, warum man ein erfolgreiches Konzept überhaupt ändern sollte. ‚Voices‘ ist so ein typischer Song, der von der inzwischen glasklaren, unverwechselbaren Stimme SKIBAS und dessen Händchen für Einprägsamkeit lebt, ‚All Fall Down‘  hingegen zehrt von Melodie und ‚Luciferian Blues‘ von Humor und einem Hauch Melancholie. Man hat das Gefühl, jeder der Songs sei ein alter Bekannter, der einen zwar nicht mehr überrascht, aber auch niemals hängen lässt. Passend dazu war der wunderschöne über seine Großmutter geschriebene Song ‚Haven’t You‘ bereits in einer sehr minimalistischen Version auf „Demos“ (2010), Matts letztem Solowerk, zu finden. Selbiges gilt für ‚Angel Of Deaf‘  und How The Hell Did We Get Here‘, das seit Jahren in unterschiedlichster Form im Repertoire des Sängers zu finden ist. All das spricht dafür, dass „Babylon“ offenbar das Ergebnis eines langgehegten, wohlüberlegten Traums des Sängers sein könnte. In ‚Olivia‘ wird einmal mehr eine Frau in bester Alkaline Trio-Manier besungen; verzweifelt, verzehrend, immer bittersüß und trotzdem mit Power und Tempo, so wie es uns am liebsten ist. Dass MATT SKIBA AND THE SEKRETS noch zwei andere Mitglieder hat (Hunter von AFI und Jarrod Alexander von My Chemical Romance) merkt man bei dem Endprodukt nur daran, dass sowohl Bass und Drums so professionell gespielt werden, wie es MATT SKIBA allein niemals möglich wäre. Die beiden Musiker ergänzen den Sound, aber das Gesamtwerk klingt einfach nur nach SKIBA und genau das wünschen wir uns. Album-VÖ: 04.Mai.2012