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ZICO CHAIN – The Devil In Your Heart

(Suburban Records)

Vor fünf Jahren besuchte ich einmal eine Bekannte, die als Au Pair in London arbeitete. Wir hatten uns Jahre zuvor aufgrund unseres ähnlichen Musikgeschmacks kennengelernt und waren über die Zeit in Kontakt geblieben. In London fragte ich sie nach neuen Bands und sie empfahl mir die Local Heroes ZICO CHAIN. Ich weiß zwar leider nicht, wo die Bekannte abgeblieben ist, aber ZICO CHAIN sind mir nach wie vor ein Begriff und nun habe ich das Vergnügen, ihr neuestes Album zu besitzen.

Ich sage es gleich, ZICO CHAIN rocken. Und zwar so, wie man es sich wünscht. Das ist eben kein seichter, poppiger, schnell langweilender Gitarrenpop, wie er uns leider nur allzu häufig präsentiert wird, das ist lebhafter echter Rock, der Bands wie System Of A Down, Emanuel, Rise Against und stimmlich auch Seether und ähnliche vereint. All das aus England, also quasi vor der Tür. Besser geht es doch nicht! ZICO CHAIN müssen jetzt so schnell wie möglich bekannt gemacht werden und touren, damit man live in diesen energetischen Genuss kommen kann. Ihre bislang einzigen Deutschlandkonzerte fanden 2006 als Supportgruppe von Disturbed statt, während sie in ihrer Heimat mit Größen wie Velvet Revolver, Thursday und Type O Negative tourten.

Das neue Album „The Devil In Your Heart“ ist insgesamt das fünfte Werk (2 EPs, 2 Alben) dieser noch frisch und jung klingenden Band und überzeugt vom ersten Song  an. ‚Evasion‘ vereint eine fast Metal-anmutende Härte mit einem schnellen Refrain und einem netten Gitarrensolo.  Genauso geht es weiter. Titel 3 ‚New Romantic‘ mutet dann doch etwas gitarrenpoppig an, sei der Band aber verziehen, weil sie gleich danach einen wahren Knaller fabriziert haben: ‚Mercury Gift‘ ist der sonderbare Name der Perle dieses Albums. Hier zeigen sich ZICO CHAIN eindeutig stark von Serj Tankian und auch den frühen Linkin Park inspiriert, allerdings ist das eine Mischung, die aufgeht.

Aber genug von den Vergleichen mit anderen Bands, es soll nicht der Eindruck entstehen, die Jungs von ZICO CHAIN würden sich mit fremden Ideen schmücken, auch wenn ihre Lieblingsgruppen und Einflüsse definitiv nicht zu überhören sind. Man muss es erst einmal schaffen, diese Teile zu etwas Großartigem zu verbinden. Damit wären wir beim nächsten Sahnehäubchen, ‚Our Evil‘, einem Song, der durch Tempo und Intensität besticht und klingt, als hätte man ihn sein Leben lang gehört, weil er von einer der großen Bands der 90er Jahre stammt (gilt natürlich nur für die Jüngeren unter uns ;-) ). Der einzige mögliche Knackpunkt dieses Albums könnte die frühzeitige Übersättigung sein; das ist aber ja nur das Luxusproblem vielgehörter Musik. Ich könnte ewig so weiter machen, aber Schluss mit leeren Phrasen und Beschreibungen. Die Platte ist gut. Kaufen, laut aufdrehen, freuen.

Kleiner Spaß am Rande: Sänger und Bassist Chris Glithero verwendete ein Sample des Herzschlages seines damals ungeborenen Sohnes im Song ‚The Real Life‘, wenn das nicht Stil hat!

 

Album-VÖ: 20.04.2012

5.5 von 6 Punkten
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