Vier Bands zum Preis von einer! Okay, das wirkt sich auf die Spielzeit aus, aber über das Line-Up vom vergangenen Freitag kann man trotzdem nicht meckern. THE JAMES CLEAVER QUINTET beginnen mehr oder weniger pünktlich um 20 Uhr. Die fünf Engländer wissen auch spontan zu überzeugen. Der C-Club ist zwar zu diesem Zeitpunkt nicht einmal annähernd gefüllt, aber unpassend oder schlecht findet die Band heute sicherlich niemand. Ganz dasselbe kann man von SET YOUR GOALS, der zweiten Vorband, leider nicht behaupten. Während des Auftritts der Jungs aus Kalifornien (ja, Jungs trifft es sehr gut), sieht man doch relativ viele ratlose Gesichter im Publikum. Gerade erst vor zwei Wochen zum Monster Bash  in Berlin, kann die Band die wohl doch eher auf härtere Musik eingestellte Crowd nicht in gleichem Maße beeindrucken wie beim Hallenfestival. Weiter geht es mit den CANCER BATS und der Möglichkeit, zum ersten Mal Songs vom aktuellen Album „Dead Set On Living“ live zu hören. Aber was ist das? Gleich das erste Lied stammt nicht von den Kanadiern selbst?! ‚Sabotage‘ von den legendären und heißgeliebten Beastie Boys, wird als Hommage aus gegebenem Anlass zum Eröffnungssong. Die Band hatte den Song schon früher gecovert (inklusive Video), aber zur Zeit hat natürlich alles eine andere Bedeutung. Während ihres Sets fällt mehrmals das Mikrophon aus, aber so kleine Schwierigkeiten macht das Quartett einfach mit Präsenz wett. Gitarrist Scott, eine Rockerfigur, wie sie im Buche steht (leider nicht im Bild), bleibt mit dem gelegentlichen Headbanging im Vergleich zu Bandkollegen Liam noch ruhig. Der Frontman ist unmöglich zu fotografieren oder überhaupt länger als eine Nanosekunde an derselben Stelle zu beobachten.  Er springt umher, auf die Absperrung, lässt seine Fans ins Mikro singen und versucht sich im Deutschsprechen. Quasi nebenbei werden dann Songs wie ‚Sorceress‘  oder ‚Hail Destroyer‘ rausgeprügelt. Aber auch an neuen Liedern wird nicht gespart, einige potenzielle Singles wie ‚R.A.T.S‘ oder ‚Roadsick‘ finden ebenfalls ihren Weg ins Programm. Das Publikum scheint mit CANCER BATS sein erstes Highlight gefunden zu haben. Der Bereich vor der Bühne ist nun gut gefüllt und es wird sich ordentlich bewegt. Von Tanz bis Mosh bis sich stumpf gegenseitig verkloppen ist alles dabei. Beim Headliner EVERY TIME I DIE wird das Ganze noch durch herumgeworfene Bierbecher ergänzt. Nun ja, man hat eben unterschiedliche Auffassungen von Spaß. Die Band macht jedenfalls ordentlich Stimmung, eindeutig die härteste Musik des Abends.  Sämtliche Musiker zeigen einem, was der Nacken bei Metalbands so alles aushalten kann und auch sonst wird alles den Klischees entsprechend mit bisweilen beißend ironischem Humor vorgetragen. Als gegen Ende ihres Sets schließlich einige Personen auf der Bühne landen, gibt es kein Halten mehr! Immer mehr erklimmen die kleine Erhöhung, während die Bandmitglieder auf verschiedenen Boxen und Verstärkern Platz finden. Ja, das hat schon Stil. So wird Song für Song gespielt; man bekommt fast das Gefühl, als würde die gute Stimmung EVERY TIME I DIE immer von Neuem wieder losspielen lassen. Alles in allem, ein gelungener Abend, der vielleicht schöner gewesen wäre, wenn man von Anfang an Klarheit über das Line-Up und die Kompatibilität der Bands gehabt hätte.