Im Oktober 2012 stellten MOTIONLESS IN WHITE mit "Creatures" ihr erstes Studioalbum vor, welches die Band nun als Re-Release auf den Markt gebracht hat. Neben den bereits bekannten Songs befinden sich lediglich drei Bonustracks auf dieser Veröffentlichung – aber beginnen wir doch am Anfang. Das Album "Creatures" startet bereits mit einem richtigen Knall, denn 'Immaculate Misconception' zieht mit einem heftigen Breakdown und den energischen Lyrics "What the fuck?" sofort die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich. Lead Vocalist Chris Cerulli – mittlerweile wohl besser bekannt als Chris Motionless – demonstriert bereits zu Beginn, dass er wahrlich mit seiner Stimme umzugehen weiß und begeistert sowohl mit hohen, wie auch weitaus tieferen Growls. Ebenfalls sehr überzeugen kann er bereits hier mit seinen Cleanparts. Im anschließenden 'We Only Come Out At Night' sticht besonders der Einsatz des Keyboards hervor, welches ich gerne als kleine Geheimwaffe der Band betiteln würde, da es immer wieder gekonnt eingesetzt wird, um die düstere Stimmung in den jeweiligen Songs zu unterstreichen – welche eben zum größten Teil durch Horrorfilme oder das damit verbundene Ambiente inspiriert sind. Zudem trägt das Keyboard im Falle von MOTIONLESS IN WHITE nicht nur zur guten Untermalung, sondern auch zu einem hohen Wiedererkennungswert bei, was ich den Jungs an dieser Stelle gerne hoch anrechnen möchte. Die abwechslungsreichen Rhythmen in 'Abigail', kombiniert mit der bereits bewunderten stimmlichen Leistung machen diesen Song zu einem kleinen Highlight der Scheibe. Ähnlich gut arrangiert können sich jedoch viele Tracks auf dem Album sehen lassen, wie beispielsweise auch '.Com Pt. II', welcher mit einer schaudrig-schön geflüsterten Bridge zu überzeugen weiß. Überraschend kommt 'City Lights' als sehr eher ruhiger Song daher. Dieser überzeugt durch minimale Rhythmen und sanfte Keyboardklänge. Ein Stilaufbruch, der mir persönlich sehr gefällt und die Band kurzzeitig von einer ganz anderen Seite zu zeigen vermag. Im weiteren Verlauf wird man mit 'Puppets (The First Snow)' konfrontiert, dem wohl härtesten Song auf dem Album. Dieser begeistert mit guten Breakdowns und intelligenten Lyrics. Einer der stärksten Songs, der ebenfalls live mehr als gut funktioniert! Die Fortsetzung hierzu finden wir im finalen – wenn wir einmal kurz von den Bonustracks absehen- und längsten Titel des Albums 'Scissorhands (The Last Snow)'. Für jeden offensichtlich ist er inspiriert vom Film Edward mit den Scherenhänden und fängt durch die gut durchdachten Lyrics die Melancholie von eben diesem sehr gut ein und beendet das eigentliche Album wirklich gut. Als Bonus bekommt man zuerst ein Cover von Rob Zombie's 'Dragula' zu hören, dass zumindest mich durch die gute Art und Weise wie es eingespielt wurde, mitreißen kann. Weiterhin befinden sich noch zwei Remixes auf der Platte, welche man nebenher sicher laufen lassen kann, die aber – wenn man mich fragt – nicht unbedingt hätten nötig sein müssen. Abschließend möchte ich noch einmal die Professionalität dieser Band hervorheben, welche sich über die Jahre wirklich gut entwickelt hat und die stolz auf ihr Album sein kann, denn dieses kann überzeugen und das nicht nur auf CD. Album-VÖ: 04.05.2012