(Hassle Records / Soulfood)
Die Australier Shane Parsons und Simon Ridley alias DZ DEATHRAYS debütieren! Mit dem Album „Bloodstreams“ stellen sich die Jungs nach diversen EP-Veröffentlichungen nun mit einer 12-Track-Platte der Musikwelt vor.
Das Duo hat Harcore-Punk und Möchte-Gern-Glam-Metal-Anspielungen im Gepäck. Haben wir auf diese zwei Aussie-Boys gewartet? Nein, nicht wirklich, aber wir geben ihnen eine Chance…
Das Intro ist geil! Wie aus dem Soundtrack einer amerikanischen Mystery-Serie, in der kleine Kinder den Weltuntergang voraussagen oder Gestrandete eine Insel erkunden müssen. Die nächsten Songs sind ein Mix aus „wow, cool“ und „saumäßig anstrengend“.
Was man DZ DEATHRAYS anrechnen muss und sollte: der Gitarrensound ist wirklich fett! Die brettharte Klangmauer des Saiteninstruments schwebt über allem und ist für mich das Einzige, was mir nach dem Hören von „Bloodstreams“ im Gedächtnis bleibt.
Der Gesang nervt. Eine Stimme, wie man sie schon tausendmal gehört hat; sie geht ins eine Ohr rein, kratzt und schwingt etwas im Kopf herum und geht zum anderen Ohr wieder heraus. Schon hat man sie wieder vergessen. Der Sänger Shane Parsons soll vor den Aufnahmen an Keuchhusten erkrankt sein. Leises Schreien war also angesagt. Ich bezweifle, dass eine gesunde und nicht angeschlagene Stimme zu einem besseren Resultat geführt hätte. Mit dem Gesang können die Herren nicht punkten.
Mit ihrer Herangehensweise des Songaufbaus schon eher. Schräg irgendwie, verkopft und wirr, wie in ‘Dept. Death’. Manchmal, wie beispielsweise in ‘LA Lightening’, kommen sie auch recht Rock’n’Roll-rumpelig daher und das ist durchaus positiv gemeint. In ‘Dumb It Down’ habe ich gemeint, einen Depeche Mode-Einschlag herausgehört zu haben, obwohl sie Mötley Crüe als Einflüsse auf ihrer Facebook-Seite angegeben. Pfff… niemals!
Den sehr markanten Mystery-Touch bauen DZ DEATHRAYS immer wieder ein. Atmosphärisch dichte Musikbeiträge, die sich perfekt für den Soundtrack einer Krimiserie eignen würden, wie z.B. der letzte Song des Albums ‘Trans AM’.
Sonst hat dieses Album den typischen „kreative Jungspunde versuchen etwas noch nie Dagewesenes zu erschaffen und die Musikwelt aufzumischen und bleiben dabei doch irgendwie unbedeutend“ – Charakter.
Wer trotzdem neugierig geworden ist, kann sich die Knaben aus Brisbane live anschauen – man darf auf eine flippige Bühnenshow hoffen!
31. Mai Gleiss 22 – Münster
01. Juni Comet – Berlin
02. Juni Molotow – Hamburg
04. Juni Atomic Café – München
05. Juni Sonic Ballroom – Köln
Album-VÖ: 04.05.2012

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