(AFM Records) Die Angstfabrik ist zurück! Ohne allerdings gleich im ersten Satz auf eventuell hohe Qualitäten hinweisen zu wollen, soll hier zuerst einmal über die Tatsache einer neuen Scheibe Auskunft gegeben werden. Der Vorgänger „Mechanize“ hinterließ bei der Anhängerschaft gemischte Gefühle und das, obwohl es zur Wiedervereinigung der alten Weggefährten kam. Ja, Burton C. Bell und Dino Cazarez sollen sich zwischenzeitlich richtig gehasst haben und der Split mit Raymond Herrera und Christian Olde Wolbers tat dann sein Übriges, dass der Vorgänger eben nicht wirklich einschlagen konnte. Nun ist mit Gene Hoglan gar ein weiterer Faktor von Bord gegangen und man durfte im Vorfeld von „The Industrialist“ erneut skeptisch sein, ob sich hier nicht eine weitere Arschbombe verbirgt und FEAR FACTORY endgültig den Bach runter gehen würden. Als dann aber mit ‚Recharger’ die erste Single vorab veröffentlicht wurde, zogen sich in der Fanschaft reihenweise die Augenbrauen hoch, klang das Ganze doch verdammt nach ihrem Meisterwerk „Demanufacture“. Da hat Rhys (Fulber, Produzent) die Mannen aus L.A. doch wohl nicht zu Höchstleistungen angetrieben? Bereits der Titel gebende Opener begibt sich nach ca. eineinhalb Minuten in Richtung ‚Replica’ meets ‚Self Bias Resistor’ und klingt verdammt gut. Auch bei ‚New Messiah’ (auch als Videoclip zu bewundern) und ‚God Eater’ wird man das Gefühl nicht los, FEAR FACTORY haben zu alter Industrial-Macht zurückgefunden. Im Übrigen ist unsere Presseinfo mit einem lustigen Detail angereichtert. Das berühmte „für Fans geeignet von“ Spielchen. Da werden Kapellen wie Mnemic, Pain, Divine Heresy usw. angegeben. Man fragt sich zurecht, wer hier den größeren Bekanntheitsgrad hat. Aber das nur am Rande. „The Industrialist“ leistet sich auch im weiteren Verlauf keine nennenswerte Schwäche. Der Sound ist Bombe und pumpt die Bässe und Doublebass-Attacken durch die heimischen Boxen. Menschen, die in Mehrfamilienhäusern leben und sich dieses Monster zulegen, können sich aufgrund des immensen Drucks schonmal auf Beschwerden der Nachbarschaft einstellen, wenn man hier versäumt, den Bassregler zu betätigen. Aber die immer wiederkehrenden Harmonien gleichen die Attacken so gut aus, dass auch der Melodiefaktor nicht zu kurz kommt und vielleicht der ein oder andere Nachbar gar das Mitsingen anfangen könnte. Nun allerdings genug von den Menschen deiner Umgebung und zum Ende der zwölf Songs wird einem nach und nach klar, hier ist ein Monster entstanden, welches man sich im Laufe des Jahres und auch danach noch sehr lange zu Gemüte führen kann. AFM hat übrigens eine sehr hübsche Limited Edition in Form einer Statue heraus gebracht, also einfach mal bei Amazon vorbei surfen und danach Ausschau halten. Es lohnt sich und von mir gibt es volles Haus. Album-VÖ: 01.06.12