(eOne Music Canada) DIE MANNEQUIN tauchten im Frühjahr 2007 auf dem deutschen Radar auf und waren gut zwei Jahre nicht mehr von dort weg zu denken. Sie schienen das nächste große Ding aus Kanada zu werden. Zwei Knaller-EPs bzw. ein Album, Kollaborationen mit Ian D’Sa von Billy Talent, Tourneen mit Sum 41 und Guns’n’Roses  in der Heimat, mit Danko Jones in Deutschland, Festivalauftritte und Mini-Headliner-Gigs, außerdem einen Finalplatz bei der Jägermeister Rockliga. 2009 erschien ihr erstes „richtiges“ Album „Fino + Bleed“ voll mit neuen Songs. Es hätte alles riesig werden können, man munkelte schon über Support-Slots bei „großen kanadischen Bands“. Aber dann kam leider das Musikgeschäft dazwischen. Die Bandbesetzung wurde verändert, man war gezwungen sich vom Manager zu trennen und verlor  schließlich sein Label. DIE MANNEQUIN haben sich allerdings trotzdem keine Ruhe gegönnt, sondern in der Fortsetzung des Kultfilms "Hardcore Logo" von Bruce McDonald mitgespielt und neben weiteren Touren durch Kanada auch noch neue Songs geschrieben. Jedenfalls haben sie nun eine neue EP am Start und die hat es in sich! Auf „Danceland“ findet der Konzertbesucher - ohne einen Auftritt gesehen zu haben, kennt man DIE MANNEQUIN wohl eher nicht (mehr) - zunächst allerlei altbekannte Livesongs. ‚The Other Tiffany‘ und ‚Orson Welles‘ sind zwei Perlen, auf die ich laaaange gewartet habe. Die beiden Songs sind auf „Danceland“ eindeutig am ausgereiftesten und auch meine Favoriten. Aber man darf darüber den schnellen Knallersong ‚Away‘ nicht vergessen. Er besteht aus typischem DIE MANNEQUIN-Rock, ist sehr melodisch, verdammt eingängig, aber gleichzeitig voller Energie und mit Liebe zum Detail (Gitarrensolo + schön dissonantes Klaviergeklimper). Ebenso überzeugt ‚Children with Machetes‘, das fast von einer härteren Juliette Lewis stammen könnte. Man sollte aber von zu vielen Vergleichen absehen, Sängerin Care F. kann enorm viel mit ihrer Stimme machen und imitieren, wenn sie denn möchte. Somit nähert man sich leider schon dem Ende der Scheibe, die mit neun Songs den Begriff "EP" eigentlich übersteigt. ‚Suffer‘ (wie auch ‚Candide‘) war schon auf „Fino + Bleed“ zu finden und es gibt noch eine zweite, angenehm rohe Version vom Album-Opener. Aber ganz vorbei ist der Spaß dann doch noch nicht. Auf ‚Just Go Away‘ singt Bassist Anthony Bleed einen Song seiner alten, genialen (hier leider unbekannten und unterschätzten) Band Kill Cheerleader. Der Song, der eigentlich für den "Hardcore Logo 2" aufgenommen wurde, landete leider nicht in der Endfassung, aber die Band fand ihn trotzdem (noch) passend.  Man merkt wohl, dass Tony nicht der Leadsänger-Typ ist, aber das Unmittelbare und Ungeschliffene an diesem Akustiksong macht ihn definitiv zum Geheimtipp. Wem das alles nicht genügt, der stelle sich zu der Musik noch eine wilde Punkrock-Show voller Power vor, denn live (ent)fesselt die Band wirklich alles und jeden. Dieses Mini-Album ist gut, aber es gilt: Live ist immer besser - besonders die typischen Zwischenspiele und Intros, die DIE MANNEQUIN so lieben! Album-VÖ: 12.06.2012