(Epitaph Europe / Indigo) Ganze Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass mit „Returners“ der Nachfolger ihres 2008 erschienenen Debüts „Fury And The Fallen Ones“ die Hardcore-Welt positiv erschütterte. THE GHOST INSIDE haben sich zu einer echten Größe im Genre entwickelt und mit allerhand Tour- und Festivalpräsenz eine beachtliche Fanschar herangezogen. Bei Wikipedia werden die Jungs aus Los Angeles, Kalifornien als Melodic Hardcore Band betitelt, wobei ihr bisheriges Material alles andere als weichgespült daher kommt. Nun haben uns ihre Kollegen von Stick To Your Guns vorgemacht, wie man trotz melodischem Einschlag seine Attitüde nicht vergisst und der Hörerschaft einen ordentlichen Energiebatzen vor den Latz knallt. Und diverse Vergleiche sind ob des neuen Materials des Fünfers durchaus angebracht. ‚This Is What I Know About Sacrifice’ zieht einem allerdings erst einmal die Socken aus. Hier ist nichts von Melodien zu vernehmen und diese eineinhalb Minuten braten im Midtempo mit ordentlichem Punch. So und nicht anders muss ein Hardcore-Album beginnen, um dann nahtlos in ‚Outlive’ überzugehen. Das Tempo wird schneller und die Gitarren knurren tief aus den Speakern, bis diverse Breaks die Nackenmuskeln anregen und der Kopf im Takt mitnickt. Mit ‚Engine 45’ haben wir den ersten Video-Output von „Get What You Give“ am Start und siehe da, es wird etwas melodischer. Klasse Chorus und die erste Möglichkeit, kurzzeitig mitzusingen oder gar die Feuerzeuge heraus zu holen, aufgrund des textlichen Inhalts. Mit ‚Slipping Away’ werden die eingängigen Gitarrenläufe dann teils beibehalten, ohne allerdings den gesanglichen Brüllpfad zu verlassen. Eine sehr intensive Nummer mit ordentlich Tempo und Livetauglichkeit. Pogen und kein Halten mehr ist die Divise bei ‚The Great Unknown’. Auch hier ist die Geschwindigkeit konstant hoch und wird nur gelegentlich durch Breaks gebremst, bis ein „only the strong will survive“-Ausruf das Finale des Songs einläutet. Etwas punkiger und melodischer darf mit ‚Dark Horse’ einer der stärksten Songs des Album begrüßt werden. Man darf gespannt sein, wie THE GHOST INSIDE den cleanen Gesang live meistern, aber ich bin mir sicher, das wird. Nach dem Dunkel kommt das Licht mit ‚White Light’ und erweist sich mit seinen unverzerrten Gitarren zu Beginn als unerwarteter Energiebolzen, der Tempo und Härte perfekt vereint. Durch seinen melodischen Chorus ein weiterer Song mit hohem Wiedererkennungswert und mit knappen Fünf Minuten Spielzeit einer der längsten. ‚Thirty Three’ darf hingegen wieder etwas knackiger und kompakter daher kommen und man hat das Gefühl, Frontmann Jonathan Vigil kotzt sich jetzt so richtig aus. Auch bei ‚Face Value’ werden Vocals und Instrumente äußerst hart strapaziert und auch gegen Ende geht „Get What Your Give“ die Luft nicht aus. Bei ‚Deceiver’ denkt man Anfangs, die Speaker sind kaputt, ehe man nach kurzem Kabelrütteln den Gitarreneffekt bemerkt. Dieser Song ist sicherlich einer der Hardcore-lastigsten des Albums. Gangshouts, Breakdowns und Midtempo unterstreichen den kurzen Trip. Das Ende läutet mit ‚Test The Limits’ dann wieder eine schnelle Nummer ein und es darf noch einmal ordentlich abgegangen werden. Mein Fazit zieht sich durchweg positiv durch die gesamte Scheibe und ich denke, THE GHOST INSIDE haben auf den klasse Vorgänger „Returners“ noch einmal einen ordentlichen Schwung an Eingängigkeit und Wiedererkennungswert draufgesetzt. Man kann nur hoffen, die Jungs in naher Zukunft endlich mit einer Headliner-Tour in Deutschland begrüßen zu dürfen. Ich wäre auf jedenfall dabei und gebe volles Haus! Album-VÖ: 15.06.2012