(Universum Film GmbH)
Im Vorfeld mit Vorschusslorbeeren überschüttet, spaltet DRIVE im Heimkino nun die Gemüter, bzw. Filmgeschmäcker. Und das liegt in erster Linie an der Art und Weise, wie DRIVE seine Geschichte vermittelt, denn der Film vollführt einen ziemlich krassen Balanceakt zwischen Mainstream und Arthaus, der teilweise auch recht brutal ausfällt und Erinnerungen an Filme wie A History Of Violence wachruft.
Der FSK18-Stempel auf der Front ist angesichts der Brutalität, die in zwei bis drei Handlungen vorherrscht, definitiv am richtigen Platz, man sollte jetzt aber keinen „normalen“ Hollywood-Thriller oder gar Actioner a la Transporter oder Faster erwarten. Da wäre Ryan Gosling auch fehl am Platz, bzw. falsch besetzt, wenn man in diesem Fall überhaupt von falsch sprechen kann! Für diesen Film hier ist Gosling definitiv goldrichtig!
Der Film ist atmosphärisch sehr dicht und kommt in den Schlüsselszenen nahezu ohne Dialoge aus, oft werden Zeitlupen eingesetzt, untermalt von einem kühlen 80er Wave-Sound. Und Goslings DRIVEr ist auch kein Mann der großen Worte, seine Antworten erschließt sich der Zuschauer (und die Charaktere, die ihm im Film begegnen) aus seiner unglaublich guten Mimik, die sehr warmherzig erscheint. Aber der DRIVEr kann auch anders, diese Tatsache trifft einen bei den Gewaltszenen dann auch wie ein Hammerschlag!
Es geht um den namenlosen DRIVEr (ein Kunststück, wie in der Spartacus-Reihe), der tagsüber Stuntman für Hollywoodfilme ist, oder als Mechaniker in einer Werkstatt schraubt, nachts ist er Fahrer von Fluchtfahrzeugen bei Raubüberfällen, der (ebenso wie Jason Statham in The Transporter) einige starre Prinzipien verfolgt. Diese Jobs erhält er von seinem Arbeitgeber, der gleichzeitig eine Art Mentor für ihn zu sein scheint. Der DRIVEr verliebt sich augenscheinlich in seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan), eine alleinerziehende Mutter. Und damit nimmt das Unheil seinen Lauf.
Mehr möchte ich nicht verraten, um die Spannung nicht zu rauben, ich habe – gottlob erst nach dem Ansehen des Filmes – einige Kritiken gelesen, die mir die Laune am Streifen verdorben hätten, sei es aufgrund der konkreten Gewaltszenen, Hinweisen zum DRIVEr, oder Spoilern zu den Verhältnissen zwischen den Charakteren.
Fakt ist, dass das Ansehen ein Fest ist, dass einen DRIVE lange nicht loslässt, dass Gosling ein fabelhafter Schauspieler ist und die Erzählweise dieser Geschichte ein willkommener Lichtblick in der Hochglanz-Hochburg Hollywood ist. Das Sprichwort „Bilder sagen mehr als tausend Worte“ wird hier doppelt unterstrichen. Und Blicke sagen im Falle Gosling mehr als Worte es vermögen könnten. DRIVE ist Kunst! Von der ersten bis zur letzten Minute!
BluRay/DVD-Release: 29.06.2012

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