(Nuclear Blast) Ganze drei Jahre ist es nun schon her, dass „Portrait“ das Licht der Metalcore-Welt erblickte. Das Debüt von BURY TOMORROW hinterließ dabei einen ordentlichen Eindruck mit einigen echten Hits an Bord. Besonders angetan hat es uns damals schon Gitarrist und Cleansänger Jason Cameron, der ganz ohne jegliche Autotunes und diversen Schnick-Schnack auskam und durch seine rauchige Röhre zu den Besseren gehörte. Durch die Vorabveröffentlichungen der Songs ‚Lionheart’, ‚Royal Blood’ und dem kürzlich erschienenen ‚An Honourable Reign’ wurde die Lust auf „The Union Of Crowns“ ordentlich angeheizt. Diverse Touren mit Genregrößen wie Alesana, Of Mice & Men, Asking Alexandria oder Attack Attack! haben den Jungs aus England mit Sicherheit nicht geschadet und so darf man gespannt auf das neueste Material sein. Mit ‚Redeemer’ und ein paar satten Breakdowns samt führender Leadgitarre geht es gleich Richtung Tempo. Als Camerons Gesang das erste Mal einsetzt, fühlt man sich sofort im Königreich von „The Union Of Crowns“ angekommen. Der cleane Gesang gibt hier den Hauptton an und wird immer wieder von harten Shouts durchbrochen. "Parkway Drive mit cleanem Einschlag", geht es einem hier unweigerlich durch den Kopf. Sauberer Start und mit ‚The Maiden’ geht der Reigen munter weiter. Das Tempo ist hier zwar nicht besonders hoch, aber spielerische Finessen findet man zuhauf, die immer wieder durch den Chorus aufgelöst werden. Einen Nachschlag? Bitteschön, mit eingangs erwähntem ‚Lionheart’ geht es in die dritte Runde. Wer den Song samt Video noch nicht kennt, hat wirklich was verpasst. Midtempolastig geht es los, um das Tempo mit führender Doublebass anzuziehen, um dann flüssig in einen dynamischen Chorus überzugehen. Nach einem grandiosen Finale springen wir zu ‚Message To A King’. Tempo, Tempo und nochmals Tempo. Wer jetzt nicht von der Couch aufspringt, leidet an irgendeiner orthopädischen Störung. Und wenn sich zu angesprochenem Tempo noch ein fast wispernder Chorus gesellt, dann weiß man, welche Handwerkskunst hier zelebriert werden muss. Wie kann ich mit den Huldigungen aufhören, wenn mit ‚An Honourable Reign’ an Position Fünf einer der Überhits dieser Scheibe wartet. Ich schreibe jetzt nichts über diesen Song, sondern singe ihn einfach mit. Eine klare Empfehlung auch an alle Leser. Bei ‚Knight Life’ fallen einem unweigerlich die Gitarrenläufe auf, die eine erfreuliche Transparenz in den Song bringen. Auch Fronter Daniel Winter Bates darf sich hierzu nach Herzenslust auskotzen. ‚Royal Blood’ fährt im Anschluss mit einem der genialsten Chorusse der Scheibe auf. Wer jetzt immer noch nicht mitsingt, sollte hier einfach auf Stop drücken und die CD einem Musikliebhaber zukommen lassen. Wer es zwischendurch etwas vertrackter mag, dem sei der Start von ‚Bitemarks’ ans Herz gelegt. Klug arrangierte Breaks lassen einmal mehr die Handwerkskunst der Briten aufblitzen. Und wie es so meine Art ist, breche ich hier die Einzelbeschreibungen ab, denn auch der Rest der 14 Songs ist dermaßen hochwertig, dass die Huldigungen ewig so weiter gehen würden. Dass die Jungs auch live überzeugen, davon durften wir uns damals im Vorprogramm von Alesana selbst überzeugen. Bei den Fans zu diesem Zeitpunkt noch recht unbekannt, dürfte sich das mit aktuellem Output schnell ändern. Ich bin mir sicher, BURY TOMORROW werden mit diesem Album steil durch die Decke gehen und einen Platz in meinen Top 5 einnehmen in 2012. Noch als kleinen Beschaffungs-Tip: Auf der Homepage der Jungs gibt es für 40 britische Pfund ein Superbundle, bestehend aus CD, signiertem Poster, Zipper und Poloshirt. Und nun sehr geehrter Zosse, bitte dieses Meisterwerk zur „Scheibe der Stunde“ machen. Album-VÖ: 13.07.2012