(Victory Records) Jeder Scrubs-Gucker wird die Ohren spitzen und schmunzeln, wenn er den Namen DR. ACULA hört. Hauptperson und Hühnerbrust J.D. verfasste einst ein Drehbuch, das die Geschichte des Doktors und Vampirs „Dr. Acula“ erzählt. Besonders stolz ist J.D. dabei auf die ausgefallene Namenswahl seines Drehbuchcharakters. In der Cafeteria erklärt er seinem besten Freund Turk, wie er am Ende des Films den Schriftzug „Dr. Acula“ auf dem Bildschirm platziert, den Punkt herausreißt, wegwirft, den Schriftzug zusammendrückt und schließlich das Wort „Dracula“ übrig bleibt. Dank der typischen Scrubs-Tagtraumsequenzen wird das Ganze mal wieder zu einem der Highlights dieser Serie! Als mir nun die neuen Songs von DR. ACULA in die Hände kamen, dachte ich: kreativer Name! Die sind sicherlich cool drauf! Ich möchte mich mit denen beschäftigen, ich gebe ihnen eine Chance! Manchmal lasse ich mich aber auch durch Oberflächlichkeiten blenden, ich Dussel... Denn die 2005 gegründete Deathcore-Band aus New York, deren ehemalige Mitglieder schon eine Fussballmannschaft gründen könnten, ist leider alles andere als kreativ. Schlagzeug- und Gitarrenbrei plus Shouten ohne jegliches Gespür für das, was wir Melodie nennen. Viele werden jetzt sagen: Deathcore braucht keine Melodie! Aber ich wünsch es mir, zumindest im Ansatz, sonst wird’s bei mir sofort erbarmungslos aussortiert. Also Melodie: Fehlanzeige. Ein abwechslungsreicher Songaufbau, eine interessante Songstruktur: negativ. 12 Lieder lang bekommt der Hörer einen Deathcore-Einheitsbrei aufgetischt, bei dem man sich im Circle Pit zwar ordentlich gegen den Nebenmann schmeißen kann, aber wahrscheinlich nach 15 Minuten schon die Lust daran verlieren wird. Die Intros der Songs sind teilweise gar nicht schlecht; ein eingängiger Schlagzeugpart, ein fetziges Gitarrenriff – doch nach wenigen Sekunden versauen die Jungs es wieder. 12 Lieder lang. Ja geil, super... och schade, verkackt. Am Ende jedes Songs wird ein Radioempfangsgeräusch eingebaut, mal hören wir sogar Gary Jules'Mad World' (bekannt durch den Donnie Darko-Soundtrack) im Hintergrund. Doch auch dieses Element ist bis zum Gehtnichtmehr ausgenudelt. Queens Of The Stone Age haben das auf „Songs For The Deaf“ gemacht und das war cool! Aber hier bei DR. ACULA ist es nur nervig und einfach nur unkreativ. Der Bandname sowie einige Songtitel wie 'Dressed For Transylvania In The Boiling Weather' sind das Einzige, was kreativ bei den US-Metalern ist. Sonst kann man sich die Jungs gerne schenken. Guckt lieber noch einmal die angesprochene Scrubs-Szene! Album-VÖ: 22.06.2012 http://www.youtube.com/watch?v=9X949ZYPYCg