(Universal) Wir kennen das alle, so ein Wechsel zu einem der ganz großen Labelpartner wie Universal ist ja immer so eine Sache, bei Gunner Records und SideOneDummy wurden die Vorgängeralben veröffentlicht. Aber was bedeutet der Wechsel, ist das Segen oder Fluch? Wer, wie ich, so dermaßen von Alben wie "Sink or Swim", "The ‘59 Sound" und "American Slang" überzeugt ist, wird zwangsläufig auch die Gefahr sehen, was der Majorwechsel wohl so mit sich bringt. Selbstverständlich scheint, dass es nun die großen Bühnen, die großen Venues seien werden und die Zeiten der kleinen Clubshows wohl vorbei sind. Einerseits ist das schade, andererseits nur die logische Folge einer Ausnahmeband, die diese Chance verdient und genutzt hat. Selbst Brian Fallon sieht THE GASLIGHT ANTHEM bereit für „die großen Stadien“.
 Aber das Wichtigste ist und bleibt halt die Musik und ich muss sagen, THE GASLIGHT ANTHEM sind eine der wenigen Bands, bei denen ich mir bereits im Vorfeld keine Sorgen darum gemacht habe. Bereits die Single '45' ist ein unglaublich starker Song und gleichzeitiger Opener des Albums "Handwritten", der im typischen THE GASLIGHT ANTHEM- Gewand daherkommt und ein absoluter Earcatcher ist. Vor mir liegt die auf 500Stk. limitierte Super Deluxe Box frisch ausgepackt. Kennt ihr Oskar? Mindestens so stolz, wie dieser Kerl, fühle ich mich gerade. Das ist einiges dabei, da solltet ihr zuschlagen, sofern diese Box noch erhältlich ist. Zumindest der Kauf der Deluxe Edition sollte angedacht sein, diese beinhaltet nämlich 3 Bonus Tracks die unter anderem ein Cover von Nirvana (Sliver) und eins von Tom Petty (You Got Lucky) beinhalten.
Der Opener wurde bereits erwähnt, granatenstark. Weiter zum Titeltrack 'Handwritten'. Wie machen die das? Schon wieder ein Ohrwurm…unglaublich. 'Here Comes My Man' folgt im Anschluss, gutes Songwriting verzeiht sogar den Shalala-Refrain und selbst das passt einfach so perfekt. 'Mulholland Drive' kommt schon wieder etwas straighter daher, THE GASLIGHT ANTHEM-typisch. Auch 'Keepsake' fängt wieder ganz groß an und obwohl ich mir den Vergleich sparen wollte, passt er hier: Bruce Springsteen- Rock, der darauf wartet, in den Stadien gespielt zu werden. 'Too Much Blood' reiht sich nahtlos ein, passt perfekt, lässt diese Platte so homogen wirken. 'Howl' zieht wieder etwas an, nicht nur der kürzeste Song der Platte, auch einer, der wahrscheinlich die ein oder andere Tanzfläche füllen wird. Mit 'Biloxi Perish' beweisen THE GASLIGHT ANTHEM wieder, dass selbst ihre etwas härteren Songs so große Melodien hervor bringen, immer wieder mit der charismatischen Stimme eines Brian Fallon. 'Desire', diesmal kein Shalala, eher ein „Oh oh oh“. Ich hör das Publikum schon, wie sie diesen Singalong anstimmen werden.
 'Mae', die Ballade. Sie gibt einem die Chance, sich kurz zurückzulehnen und dort zu verharren, bevor es mit 'National Anthem' zum letzten Stück der CD kommt, ein mit Streichern arrangiertes Akustikstück, welches einen pathetischen Abschluss schafft. Wer im Genuss der Deluxe Version ist, sollte sich wieder erheben. 'Blue Dahlia' leutet den ersten der 3 Bonus Tracks ein, bevor eine große CD mit den Covern 'Sliver' von Nirvana und 'You Got Lucky' von Tom Petty endet.
 Mit Sicherheit wird der eingefleischte THE GASLIGHT ANTHEM-Hörer, die offensichtlichen Hits, wie auf "American Slang" und "The ’59 Sound" zunächst vermissen, all denen sei aber ans Herz gelegt, der Platte ein/zwei Durchläufe zu gestatten. Hier wurden große Songs geschrieben und ich bin froh, dass man trotz Labelwechsel dem typischen THE GASLIGHT ANTHEM-Sound und Songwriting treu geblieben ist.
 Das war Champions League, Wimbledon, Batman…alles ganz groß und nun auf die Bühne, auch auf die Große! lbum-VÖ: 20.07.2012