(Search and Destroy Records) Ich muss ehrlich zugeben, dass sich wahrscheinlich alle Metalcore-Scheiben, die ich jetzt noch bis zum Ende des Jahres durchkauen werde, mit der aktuellen Bury Tomorrow messen lassen müssen. Auch WHILE SHE SLEEPS werden nun in diesen Ring geworfen und haben das Pech, kurz danach veröffentlicht zu werden. Immer noch enorm hoch ist der Einfluss ihrer Landsleute. Nun wollen wir aber nicht von vorne herein schwarz malen und geben den Mannen aus Sheffield eine ehrliche Chance, sich zu beweisen. Einige Male durfte die Band um Frontmann Lawrence Taylor bereits die deutschen Bretter heimsuchen und so steht sogar ein Auftritt beim Rock am Ring auf ihrer Referenzliste. Mit ihrem Debüt aus 2010 „The North Stands For Nothing“ errang man diverse Achtungserfolge und im aktuellen Jahr wurde sogar der Kerrang-Award für den besten Newcomer gewonnen. Die Vorzeichen stehen also gut und so kann mit ihrem zweiten Full Lenght Album eigentlich nichts mehr schief gehen. ‚Dead Behind The Eyes’ heißt der Opener und startet mit ordentlichem Wumms in die erste Runde. Rotzig, rockig und mit viel Druck und Breaks samt diversen Gangshouts wird geboten, was genau an diese Position gehört. ‚False Freedom’ darf dann etwas metallastiger starten und die Leadgitarre gibt hier eindeutig den Ton an, nur der Versuch im Shout melodisch zu klingen, gelingt hier nicht ganz. Ansonsten ist das Tempo auf mittel getrimmt und der Groove paßt. ‚Satisfied In Suffering’ darf wieder etwa „core-iger“ werden, ohne allerdings an melodischem Charakter zu verlieren. Mehrstimmiger Ganggesang rundet den Reigen ab und lädt nach mehrmaligem Hören zum Mitsingen ein. Mit ‚Seven Hills’ bleiben sich WHILE SHE SLEEPS treu und auch hier spielt die erste Gitarre wieder eine große Stimmungsrolle. Drummer Adam Savage gibt dabei mit ordentlichem Punch den Takt an und treibt mit gutem Tempo die Nummer voran. Die melodischen Parts im Gesang sitzen gut und so wird außer der angesprochenen Geschwindigkeit auch Harmonie verbreitet. Apropros Harmonie. Was kann harmonischer sein als ein Piano-Intro? Mit ‚Our Courage, Our Cancer’ bekommt der geneigte Hörer genau ein solches geboten, auch wenn sich der Titel etwas weniger sorgenfrei anhört, darf hier ein wenig durchgeatmet werden, auch wenn die Mitte dabei mit gutem Punch aufwartet. Ein Titelsong muss / sollte immer ein Highlight einer Scheibe sein und so machen WHILE SHE SLEEPS hier auch keine Gefangenen und so kommt es nach kurzem Geschmuse wieder zu kräftigen Arschtritten. ‚The Chapel’ hingegen wartet zu Beginn mit cleaner Gitarre und spielerischer Fähigkeit auf, um dann auch genau dort zu enden und somit den obligatorischen „Verschnauf-Filler“ zu mimen. Nachdem es dann mit ‚Be(lie)ve’, ‚Until The Death’ und dem Rest der 12 Songs noch mal ordentlich auf die Fresse gibt, mit Ausnahme vom Outro ‚Reunite’, können wir auf Gehörtes beruhigt ein Fazit abgeben. WHILE SHE SLEEPS machen sicherlich vieles richtig und auch besser als etliche ihrer Genre-Kollegen, allerdings fehlt hier ein gewisser Funke. Dieser Funke, der mich z.B. bei eingangs angesprochenen Bury Tomorrow, aber auch bei Stick To Your Guns, Memphis May Fire oder auch The Ghost Inside sofort in Brand gesetzt hat. Und so müssen für die Briten knappe 4 Blitze reichen, Tendenz aber steigend. Album-VÖ: 03.08.2012