(Rude Records) THE MAINE bringen mit “Pioneer & The Good Love“ ihr drittes Album in Europa raus. Es handelt sich hierbei um das bereits im Dezember 2011 nur in den USA herausgebrachte Album “Pioneer“ welches um die EP “The Good Love“ erweitert wurde. Ein lohnender Re-Release für die Herren um Sänger und Frontmann John O'Callaghan? Und wird der Weg, welcher mit dem Vorgängeralbum “Black & White“ eingeleitet wurde, weiter beschritten? Können THE MAINE ihre unglaubliche Live-Energie auch auf eine CD übertragen? Viele Fragen, noch keine Antworten. Jetzt aber ran an die Scheibe. ’Identify’ heißt der erste Song auf dem Album und beantwortet mir auch gleich meine zwei Frage zu großen Teilen. JA - aus den einstigen Mädchen-Rockern ist eine erwachsene Rockband geworden. Der Punk aus den ersten Songs der Band ist komplett verschwunden. Bei ‚My Heroine’ bellt sofort die Gitarre los, bevor es nach einer rockigen Strophe in einen Refrain geht, der nur so nach großer Bühne ruft. Auch hier fällt sofort auf, dass die Band sehr großen Wert auf das Songwriting gelegt hat. Vieles wirkt wie aus einem Guss. ’Time’ ist nach dem gleichen Schema aufgebaut. Knallende Gitarren zeigen gleich, wo es lang gehen soll. Der dann folgende Track ’Some Days’ beginnt recht verhalten und soft und vermittelt das Gefühl vom locker leichten Cruisen. Der Refrain gibt dann allerdings gut Gas und ich komm aus dem Kopfnicken nicht mehr raus. Zum Ende hin werden alle Register mit Gitarrensolo und potentiellen Live-Mitklatschparts gezogen – sauber. Mit ’I'm Sorry’ haben wir die erste Herzschmerzballade. THE MAINE meistern auch diese Teil-Disziplin des modernen Rocks wie ich finde mehr als passabel. Nun folgt mein erstes Highlight der CD. ’Dont Give Up On Us’. Der Song reißt einen sofort mit seiner Melodie mit. Der Refrain bohrt sich ins Ohr und kann bei der ersten Wiederholung gleich mitgesungen werden. Das Ende legt da noch mal eine Schippe drauf. Dass dieser Song die erste Singleauskopplung war, verwundert überhaupt nicht. Beim nächsten Song 'Misery’ stehen am Anfang nur eine Gitarre und die unverwechselbare Stimme von John O'Callaghan. Erst ab dem zweiten Chorus wird nicht nur ein Gang dazugeschaltet. Hier wird alles aufgefahren, was zu einem amtlichen Rocksong gehört. Soli, Backroundsänger, Orgel,... ein in Gänze super stimmiger Song der den aktuellen Stand der Band sehr gut anzeigt. 'When I'm At Home' setzt zum großen Teil auf diese Stilmittel, wobei dieser ein weit ausgefeilteres Songwriting hat. Hier werden Emotionen transportiert. Weitaus fröhlicher startet 'Thinking Of You'. Ein leichtes Klavierintro steigert sich zum super radiotauglichen Rocksong mit Wiedererkennungswert. Um dem heimischen Markt gerecht zu werden, fehlen noch einige Rockballaden. Mit 'Jenny' können wir die Zweite auf der CD verbuchen. Diese enthält auch alles was eine Rockballade benötigt. Seichte Instrumentierung. Songzeilen á la „...Without you there is no me...“. Das mag kitschig klingen, kommt bei mir aber so nicht an, sondern trifft vollends sein Ziel. Eine unglaublich schöne Rockballade. 'Like We Did' ist auch wieder ein super Radiosong, welcher gleich beim ersten Hören bei mir zündet. So langsam kommen wir dem Material der “The Good Love“-EP näher. Und nach zwei mehr oder weniger eher ruhigen Songs sind wir nun beim EP-Material. Das Material klingt für mein Verständnis etwas roher und geht gut nach vorne. Bei 'You'll Never Know' stehen recht untypisch elektronische Klänge im Vordergrund. Passt aber sehr gut zu dem Song. Nach über 70 Minuten und 19 Songs schließt die CD mit dem Song 'Good Love'. Mit über fünf Minuten der längste Song der Scheibe. Welcher aber keineswegs langatmig wirkt. THE MAINE zeigen hier über die ganze Länge Rocksongs, welche ernst, echt und tiefgründig klingen und sich nicht hintern Genregrößen wie Foo Fighters, Nickelback, etc. verstecken brauchen. Allerdings ist auch die Länge ein Manko, da man sich Zeit mitbringen muss, um das Album auf sich wirken zu lassen. Abschließend sei gesagt der Re-Release hat sich mehr als gelohnt. Ich gebe dem Album 5 von 6 Blitzen und hoffe auf eine baldige Deutschland-Tour. Album-VÖ: 11.09.2012 (Photo courtesy of Rude Records)