(DIY) Ein Blick in die neu erstellte Bio der Jungs und man kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus. Unsere Vorzeige-Hardcoreler aus Hannover können eben nicht nur gut musizieren, sondern beweisen stets mit einer Portion Eigenironie, dass das Leben nicht immer nur von der harten Seite betrachtet werden muss, auch wenn man sich einem eigentlich ernsten Musikstil verschrieben hat. Aber mal ganz ehrlich, wer hat Bock sich beim Musik hören mit sozialkritischen Themen auseinander setzen zu müssen? Also ich mit Sicherheit nicht. Das große Geld wollen STEVE FROM ENGLAND auch nicht machen. Mittlerweile ist „Rooney“ das zweite Output, welches als Gratisdownload in die Massen geworfen wird. Entweder ist man zu dämlich, oder man hat seinen Ferrari bereits anderweitig verdient. Um es selbst zu beantworten, ersteres sicherlich nicht, hat man doch stets den Eindruck, wenn man auf die Jungs trifft, es nicht mit Hirnis zu tun zu haben, sondern mit coolen Typen, die einfach nur Bock haben, zu mukken und das Ganze dann auch noch mit dem Volk teilen zu wollen. Aber immerhin gibt es "Rooney" dann doch für Nostalgiker in CD oder sogar in limitierter Auflage als Tape für kleines Geld zu erstehen. Live hat man bei STEVE FROM ENGLAND immer Spaß. Viel Bewegung, dicke Eier und eine Menge Tempo. Wenn wir mal davon ausgehen, dass der Titel „Rooney“ sich auf Manchster Uniteds Stürmer mit dem Vornamen Wayne bezieht, so hat man eine mehr als passende Figur zur Namensgebung gefunden. Ist der Rooney Wayne doch das perfekte Synonym für den Engländer schlechthin. Musikalisch lassen sich die sechs Songs der EP schnell und schlicht beschreiben. Alle Titel knüpfen dort an, wo der klasse Vorgänger „Serenity Is Just A Relic“ aufhörte und man hat mit ‚Black Flags’, ‚Condescending’, ‚No Courage’, ‚Just Another Wisdom,Kid’, ‚End Of Truce’ und ‚Privilege’ eine gute Portion an neuen Livesongs. Wie weiter oben erwähnt, machen die Mannen um Bassist und Bandchef Baake vor allem on Stage eine Menge Spaß und genau das ist auch das Leben der Hannoveraner. Zu hoffen bleibt, dass uns die Jungs noch lange erhalten bleiben und die Bühnen in und um Hannover oder auch in ganz Deutschland, Europa und der Welt bespielen werden. Meine gute Freundin Marlen liebt sie, ich liebe sie und der Rest muss sie spätestens ab jetzt lieben. Lediglich 5 Blitze gibt es diesmal nur, weil ich mir selbe Zahl an Songs mehr gewünscht hätte und es immer noch keine neuen Shirts gibt, wo wir wieder bei dem Thema Geld verdienen wären. So und nun schnallt euch an und lest die Biografie, die uns die Jungs zukommen liessen: "BOAH EY! Nicht schon wieder diese bekloppten Möchtegern-Engländer! Und ich hatte noch gehofft, dass sie endlich ein Einsehen mit uns haben und mir zukünftig nicht mehr mit ihrem bescheuerten „Amateur-Hardcore“ auf meine sauber in den Schinkenbeutel verpackten Eier gehen. Pustekuchen! Aber eins nach dem anderen: Auf Anraten eines Kumpels zog ich mir 2009 eine neue Band auf einem, zu dieser Zeit, angesagten Internet-Portal rein.„Steve from England“ aus Hannover…das scheinbar zu erzwingen geglaubte Lächeln blieb aus und auch auf die Musik folgte nur ein müdes Gähnen. Trotzdem erschien dann Ende 2010 ihre erste LP mit dem Namen „Serenity is just a relic“! Wenn schon Scheiße, dann doch bitte gleich möglichst viel davon – schien das Motto dieses mit 14 Songs bestückten Machwerks gewesen zu sein. Was dabei raus kam, konnte sich jeder völlig umsonst auf deren Internetseite runterladen. Naja, wenigstens war ihnen bewusst, dass kein Schwein auch nur einen Pfennig investieren würde! Meine Festplatte hat sich nach dem Löschen übrigens per Pop-Up-Meldung persönlich bedankt, dass ich sie von dem Müll befreit habe. Als Müll kann man dann auch die Resonanz der so genannten Fachpresse bezeichnen. "...gehört zum Besten, was in Sachen Newcomer aus dem HC/Punk-Segment 2010 zu hören war!" auf wasteofmind.de & "...fast noch ein wenig besser als Comeback Kid..." bei in-your-face.de sind absurderweise nicht die einzigen musikjournalistischen Totalausfälle, die ich in Online- und Printmedien lesen musste. Als sie mir dann auch noch in der Rubrik „Helden von Morgen“ in meiner Metal-Hammer entgegenblitzen, war ich tatsächlich am Überlegen, mein Abonnement zu kündigen. Und wenn es dann schon einmal nicht läuft, im deutschen pseudo-journalistischen Hörempfinden, gewinnen diese Exil-Engländer auch noch im gleichen Sommer den „New-Blood-Award“ und ich muss mir Steve from England gleich zweimal auf dem Summer-Breeze-Festival reinziehen. Der Teufel scheißt halt auf den dicksten Haufen! Spätestens jetzt war mir klar, dass die Bandkasse für Bestechungsgelder geopfert worden sein musste. Wahrscheinlich um den Fankreis wenigstens auf eine zweistellige Nummer zu erhöhen, hat die Band nun auch noch den ehemaligen Gitarristen von Lena Meyer-Landrut rekrutiert. Und als ob die Welt nicht gerade mit genügend Problemen zu kämpfen hat, verpesten die Jungs jetzt noch mit ihrer zweiten Platte den Äther. Zu mehr als sechs Songs hat es dieses Mal jedoch, zum Glück, nicht gereicht. Die EP trägt den innovativen Namen "Rooney!" und ist - wer hätte es gedacht – erneut frei zum Download erhältlich. Mal ehrlich – langsam wird es echt langweilig! Ich jedenfalls spar mir den Scheiß! Aber wenn das so weiter geht, erstatte ich demnächst noch eine Anzeige wegen groben Unfugs. Und falls das nicht hilft, wünsche ich mir zu Weihnachten halt einfach einen Gehörschaden. Steve from England – Helden von Morgen – dass ich nicht lache!" Download "Rooney": http://www.stevefromengland.de/ Album-VÖ: 29.08.2012