(Redfield Records) Die saarländische Post-Hardcore / Emo-Fraktion, bestehend aus fünf jungen talentierten Musikern, den PARACHUTES veröffentlicht die Tage mit "Blueprints" ihre vierte Langrille und feiert zudem 10 jähriges Bandbestehen. Gratulation dazu! Doch darf man auch zum neuen Machwerk Glückwünsche aussprechen? Schauen wir mal… Starten tut “Blueprints” mit dem starken Opener 'Through The Mist', welcher für mich auch direkt den atmosphärischsten und in sich komplexesten Part der Schatulle bildet. Es wird eine instrumentale Klangwand erschaffen, die schlichtweg nur verzücken kann. Es folgt das instrumental auch sehr schöne 'Comas', gesanglich kommt dieses für mich jedoch nicht ausgereift genug daher. Der Wechsel von geschrieenen und klaren Parts ist nicht vollends gelungen und wirkt ein wenig zu gewollt. 'Let Me Build A Bridge And Tear It Down' knüpft sich an. Wieder vermag dieser mich gesanglich nicht direkt zu überzeugen und gefällt mir stimmlich lediglich im Refrain, dort dafür allerdings vollends. Es schließt 'Dark Waters' an, ein Song der komplett spurlos an mir vorbeizieht und selbst instrumental nicht catchy ist. „Lückenfüller“ kommt mir in den Sinn und tippt sich im Anschluss über die Tastatur. Dafür folgt dann mit 'Mirror Universe' wieder ein absoluter Hammer-Song, der neben dem anfänglichen 'Through The Mist' ein wahrliches Highlight auf "Blueprints" bildet. Hier stimmt einfach von vorne bis hinten alles und genauso sollten die PARACHUTES auf jedem ihrer Songs klingen! Es ertönt 'Cascades Of Light', der bisweilen härteste Song der Platte mit knüppelnden Drums, guten Screams, und einem satten Bass. Auch das gefällt sehr und bildet einen guten Kontrast zum vorangegangenen Machtwerk. Und man könnte meinen, so langsam drehen die Jungs auf, denn auch das anknüpfende 'Shard Collector' geht gut nach vorn und somit direkt in Ohr und Bein über. Genau so geht stimmungsvoller Post Rock! Es folgt der erste rein instrumentale Song 'Gezeitenwechsel', der sich gekonnt aufbaut und für leichte Melancholie sorgt. Dann ertönt 'The Downfall' und kann für richtig Abwechslung sorgen, erinnert das Liedgut doch stückweit an die großartigen My Own Private Alaska. 'Arcane' stürmt dann wieder brachial nach vorne und vertritt den wohl heftigsten Part der Platte. Im Anschluss dann mit 'Javelins' wieder hohe Emotionen und nicht komplett überzeugende Songstrukturen, die zweite Instrumental-Nummer 'Kammerflimmern', und das Outro 'A Luminous Black', welches bei weitem auch nicht die stärkste Nummer der Platte ist, diese aber souverän beendet. Alles in allem ein wirklich guter Wurf also und die bisweilen beste Platte der Combo. Nun bedarf es nur noch ein wenig Feinschliff und die nächste Platte geht direkt und in einem Rutsch in den Gehörgang über, wo sie sich wild verankert und nicht mehr weichen wird. Unbedingt dranbleiben, Jungs! Album-VÖ: 05.10.2012