(Hopeless Records) Mit „Don't Panic“ liefern ALL TIME LOW ihren 5. Longplayer ab, welcher wieder über das Indie-Label Hopeless Records herausgebracht wird. Somit ist der Ausflug ins Major-Label-Gefilde nach einer doch nicht so zündenden „Dirty Work“ vorerst beendet. Ist der Wechsel auch auf der neuen CD der Pop-Punker um den Sänger Alex Gaskarth zu hören? Fangen wir vorne an: Mit dem bereits ausgekoppelten Song 'The Reckless And The Brave' startet die CD und ich muss sofort mit Kopf und Fuß mitwippen, da dieser Song gleich von Anfang an gute Laune verbreitet und zum Mitsingen animieren soll. Hier wurden auch gleich sämtliche Regeln der Rock 'n'Roll-Bibel mehr als beherzigt. Dass ALL TIME LOW catchy Songs schreiben können und wissen wann, wo und wie man Ahhhhh und ohhhhs einsetzen muss um die Masse (meist weiblich und unter 25) auf CD sowie auch live bei Laune zu halten, ist für jeden, der Ihre Live-DVD "Straight To The DVD" kennt, nichts Neues. Weiter mit dem dem 2. Song – einem meiner Highlights der Platte – Er hört auf den Namen 'Backseat Serenade'. Auf einen locker leichten Anfang folgt ein Chorus mit bester Ohrwurm–Qualität. Donnernde Gitarren schön ummalt von einem abwechslungsreichen Schlagzeug, zum Ende hin sind im Hintergrund auch Streicher zu hören. Dies alles treibt den Song voran. Auch bei den nächsten beiden Songs 'If These Sheets Were States' und 'Somewhere In Neverland' wird größtenteils mit gleichen Stilmitteln gearbeitet. Auf eine lockere Strophe folgt ein krachender Chorus, welcher im besten Fall gleich im Ohr bleiben soll. 'So Long, Soldier' legt gleich mit einer starken und wummernden Strophe los. Es hat den Anschein, als sollen hier keine Gefangenen gemacht werden. Natürlich ist der Chorus wieder auf Eingängigkeit getrimmt worden. Das Ergebnis gefällt auch nach mehrfachem Hören. Der nächste Song 'The Irony Of Choking On A Lifesaver' saust an mir etwas nichtssagend vorbei. Einer der wenigen schwachen Momente der CD. Welche aber durch weitere Songs mit Ohrwurm-Potential nicht weiter ins Gewicht fallen. Im 2. Teil der mit 12 Songs ca. 41 Minuten langen CD möchte ich die Songs 'For Baltimore', welcher auch als Single bereits ausgekoppelt wurde und 'Paint Your Wings' besonders hervorheben, da diese bei mir gleich beim ersten Hören positiv im Ohr zurückgeblieben sind. Dass die Produktion und die Arrangements mit Genre-Größen wie Blink 182, Simple Plan, Paramore oder Boys Like Girls mehr als mithalten kann, sei nur am Rande erwähnt, denn wer in der oberen Liga der Pop-Punk-Bands mitspielen möchte, kommt mit einer bis aufs letzte getrimmten und gebügelten Produktion nicht weit, da man sich hier schon sehr dicht am Mainstream bewegt. Dies zeigt sich auch dadurch, dass sich alle Songs um die radiotaugliche Länge von 3:30 Min bewegen. Welches Fazit kann man ziehen? Ich muss sagen, es sind einige sehr gute Pop-Punk Songs auf dem Album, allerdings sticht keiner extrem positiv heraus. Der Überhit des Albums fehlt mir nach den ersten Rotationen. Aber „Don't Panic“, denn dies ist eher Jammern auf sehr hohen Niveau! ALL TIME LOW haben mit der neuesten Auskopplung etwas geschaffen, welches nicht nur den alten Fans gefällt, sondern auch neue dazu gewinnen wird. Daher gibt es von mir 5 von 6 Blitzen. Album-VÖ: 09.10.2012