(Peaceville / Edel) Passend zu Halloween oder nein, diesmal sogar passend zum Weltuntergang , wenn man den Maya glauben darf, spendieren uns CRADLE OF FILTH ihr mittlerweile zehntes Album. Ob die Mannen um Dani Filth mal wieder rumexperimentieren, ist dabei wohl die spannendste Frage die hier geklärt werden sollte. Also rein in die düstere Welt von „The Manticore And Other Horrors“. Um sich gleich wie in einer guten alten Horrorgeschichte zu fühlen, beginnt das Album mit Klängen, die auch aus einem 80er Jahre Horrorfilm stammen könnten. Für die richtige Atmosphäre wird also recht schnell gesorgt, um mit 'The Abhorrent' gleich mächtig losrocken zu können. Hier wird nicht experimentiert, sondern man kriegt sofort das, was man erwartet und zwar dunklen, schnellen, melodiösen und atmosphärischen Metal. Auch Danis Stimme befindet sich oft genug in den Höhen wie es der geneigte Fan erwartet. Alles in allem ein sehr gelungener und vielsprechender Start. 'For Your Vulgar Delectation', so lautet der wohlklingende Titel des nächsten Stücks und auch dieses ist absolut hochklassig. Geht sofort ins Ohr, ist super durchdacht und wer das Gestöhne von Frauen in dem Song unerhört findet, ist sowieso bei der falschen Band gelandet. Der dritte Teil des Liedes 'Illicitus' dürfte sich mit seinen Klavierklängen und dem passenden Gesang glatt in den Gehörgang bohren, auch wenn der Rest des Songs dagegen etwas abfällt. Mit 'Manticore' gibt es dann auch schon den Titeltrack des Albums zu hören, welcher leider nicht viele Überraschungen bietet, aber in seinen fast 6 Minuten vor Abwechslung nur so strotzt und damit eine Bärenleistung vollbringt. Mit 'Frost On Her Pillow' gibt es dann einen, für das Album verhältnismäßig ruhigen Song., der vor allem durch Gesang und Melodie zu begeistern weiß und mir dadurch ganz besonders gut gefallen hat. 'Huge Onyx Wings Behind Despair' und 'Pallid Reflection' sind mit den Worten, düster, hart und atmosphärisch eigentlich gut genug zusammengefasst, sodass sich jedes weitere Wort erübrigt. Bei 'Siding With The Titans' geht einem der Song sofort ins Blut über und man würde am liebsten sofort live dazu abrocken wie die titelgebenden Titanen. Aber ich erbitte volle Aufmerksamkeit für 'Succumb To This', der Titel diese Stücks ist Programm, ein Song zu dem man echt erliegen kann und in meinen Augen nicht nur das Highlight des Albums, sondern mit einer der Songs 2012! Der melodische Aufbau ist einfach großartig, der Refrain hat Ohrwurmcharakter und der weibliche Gastgesang ist nur noch das I-Tüpfelchen auf diesem Meisterstück. Das abschließende und instrumentale 'Sinfonia' lässt „The Manticore And Other Horrors“ dann sehr harmonisch zu Ende gehen. Nach dem Genuss dieses Albums kann man nur hoffen, dass die Maya sich geirrt haben und die Welt nicht diesen Dezember untergehen wird. Sonst bleibt einem nämlich viel zu wenig Zeit, dieses tolle Album rauf und runter zu hören. Zwar bietet das Album nicht einen wirklich ruhigen Song, wie man sie von der Band einmal gewohnt war, aber das macht überhaupt nix, wenn alle Tracks einen so hohen „Wiederhörwert“ haben. Im Vergleich zu den vorigen Album wurde die Epik und der Symphonic Metal-Einschlag allerdings stark runtergefahren und es wurde mehr auf Härte gesetzt. In meinen Augen eine gute Entscheidung, aber das mag so mancher Fan wohl anders sehen. Sonst sei „The Manticore And Other Horrors“ jedem ans Herz gelegt, der sowohl auf ausgefeilte Melodien, als auch auf eine gehörige Portion Härte steht, denn diese Elemente werden hier perfekt verknüpft. Und gerade zur dunklen Jahrezeit steigt der Hörgenuss bestimmt noch einmal um ein zusätzliches an. Anspieltipps: 'Succumb To This', 'For Your Vulgar Delectation' Album-VÖ: 02.11.2012