(Sony Music) AEROSMITH – Das sind über 30 Jahre Band-Geschichte gespickt mit allerlei Skandalen und Gerüchten. Unzählige Hits und Charterfolge und über 150 Millionen verkaufte Platten. Nach über 10 Jahren Wartezeit versorgen uns die Jungs um Steven Tyler und Joe Perry mit Ihrem 15. Studio-Album. Es hört auf den Namen “Music From Another Dimension“. Ich bin gespannt wo die Reise hingehen soll. Durch drei bereits im Vorfeld veröffentlichte Singles ('Legendary Child', 'Lover Alot', und die Ballade 'What Could Have Been Love') konnte man schon einen kleinen Einblick in das Album erhaschen. Der Start der Reise beginnt ruhig mit einem Sprechintro, welches von einem kraftvollen Gitarrenriff abgelöst wird. Kurze Zeit später ist auch die unverwechselbare Stimme von Steven Tyler zu hören, welcher dem Zuhörer recht nölig „Hello“ entgegen singt. Bridge und Refrain sind nach bester AEROSMITH-Art, mir allerdings eine Spur zu zahm, müssen sich die mittlerweile alten Herren etwas schonen und Ihre Kräfte einteilen? Vom zweiten Song 'Oh Yeah' werde ich regelrecht überrascht. Haben die Rolling Stones einen Song fürAEROSMITH aufgenommen? Hab ich da richtig gehört? Nein! Steven Tyler holt mich mit seinem Organ sofort zurück. Mit so einem Song hab ich nicht gerechnet, aber er bleibt sofort im Ohr und im wippenden Fuß. Der Song groovt ohne Ende und in meinem Kopf summe ich „Oh yeah“ gleich mit. Mit dem dritten Song 'Beautiful' wird die Reisegewindingkeit in der Strophe etwas angezogen, im Refrain ist dann aber schon wieder Schluss damit und im schon gewohnten Tempo geht es durch eine ins Hirn brennende Hookline. Mein erstes Highlight auf der CD. Der vierte Song 'Tell Me' hat alles, was ein Herzschmerz-Song von AEROSMITH benötigt. Akustikgitarre zu Beginn, eine schöne Sologitarre zum Ende des Songs und über allem trohnend die Stimme von Steven. Das Album wurde Live im bandeigenen Studio eingespielt. Ich finde, dies steht solcher Musik richtig gut und besonders dem nächsten Song 'Out Go The Lights'. Mit fast 7 Minuten der längste Song auf dem Album, welcher aber nie langatmig wirkt, sondern wieder ordentlich groovt und in dem die Herrn sehr agil zu Werke gehen. Das gefällt. Nun folgen zwei Songs, welche beide als Single vorab schon veröffentlich wurden. Beide könnten unterschiedlicher kaum sein und doch stehen beide zu 100% für AEROSMITH. Während 'Legendary Child' wild und ungestüm durch die Boxen tönt, wie zu Zeiten von 'Walk This Way', ist 'What Could Have Been Love' eine lupenreine Rock-Ballade. Ein Metier, welches AEROSMITH auch nahezu perfekt beherrschen. Klavier, Streicher, ... – 'I Don't Want To Miss A Thing' lässt grüßen. Nach einem verhalten Start dreht der nächste Song 'Street Jesus' richtig auf. Endlich geht es mal zackiger zu Werke! Hoffentlich wird diese Geschwindigkeit beibehalten. Leider nein, es folgt ein sehr schönes Duett mit Carrie Underwood, hätte mir aber lieber einen weiteren Song gewünscht, der schön nach vorne geht. Lange muss ich allerdings nicht drauf warten, da 'Lover Alot' in die gleiche Songkerbe wie 'Street Jesus' geht. Auch hier ist das Live spielen zu hören und zu spüren. Schön rotzig dröhnt es aus den Boxen. Von den noch verbleibenden fünf Songs gehen drei wieder in die Richtung Rock-Ballade. Zwar jeweils in unterschiedlicher Ausprägung, aber ich finde noch etwas mehr „Rotz“ hätte dem Album gut getan. Nur 'Freedom Fighter' und 'Something' gehen in eine andere Richtung, allerdings bei weitem nicht so ungestüm wie 'Street Jesus' oder 'Lengendary Child'. Mit dem Song 'Another Last Goodbye' endet die Reise. Willkommen in der Realität. Dass Sound und Produktion auf dem allerhöchsten Niveau sind, hab ich vorausgesetzt, da hier eine der erfolgreichsten Rockbands zu hören ist. „Music From Another Dimenson“ weiß zu überzeugen, Fans sowie Neulinge. Es hat alles mit auf dem Weg bekommen, um vor allem kommerziell erfolgreich zu sein. 4 von 6 Blitzen gibt es von mir, da die CD mir zu viele Balladen hat, und AEROSMITH schon mehr als einmal bewiesen haben, wie Songs klingen müssen, die einen in den Arsch treten. Album-VÖ: 02.11.2012