(Fearless Records) MOTIONLESS IN WHITE bewegen sich auf ihrem zweiten Studioalbum "Infamous" ein Stück weit weg vom gewohnten Horror-Genre und nähern sich auf dieser Veröffentlichung mehr der Richtung Industrial-Metal (wenn man es so nennen kann) und so verspürt der Hörer eine Menge Einfluss von Marilyn Manson und ebenfalls den ein oder anderen Hauch von Slipknot. Die erste Singleauskopplung 'Devil's Night', mag dem ein oder anderen vertraut klingen, da es rein musikalisch gesehen sehr nach Psychosocial von Slipknot klingt. Textlich gesehen - “I am still their voice that gets stuck in your head. I am me, and I have come to fucking scare you to death — because that’s what you deserve you disgusting piece of shit” - hört es jedoch sehr vielversprechend an für den Anfang und lässt Möglichkeiten der Interpretation offen. Weiter geht es mit 'A-M-E-R-I-C-A', welcher mit guten Riffs und einem beeindruckenden Gitarrensolo begeistern kann. Im rasanten Tempo geht es weiter mit 'Burned At Both Ends', ein Song mit ebenso fasziniereden Riffs. Im folgenden 'The Divine Infection' hört man mehr als deutlich den Manson-Einfluss heraus, der sich auch in einigen anderen Songs stark herauskristallisiert – manchmal soweit, dass man Sänger Chris Motionless stimmlich kaum mehr von Marilyn Manson unterscheiden kann. Im Track 'Sinematic' sorgen die Screams jedoch für einen Aufbruch dieser gesanglichen Ähnlichkeiten – ein wirklicher Ohrenschmaus in dem Fall. Auch gibt es für die "Creatures"-Liebhaber mit 'Puppets 2 (The Rain)' den Sound aus alten Tagen. Ein wirklich guter Track, der auf diesem Album definitiv eine andere Klangfarbe einbringt und mir persönlich sehr zusagt. Ein weiteres Highlight in diesem Zusammenhang ist auch 'If It's Dead, We'll Kill It' - melodisch, die gewohnt schaurige Atmosphäre und einprägsam, gefällt! 'Synthetic Love' klingt an sich wirklich gut, aber ist wieder durch den Manson-Vibe getrieben. Weiter geht es mit 'Hatefuck' – und man kann sich an dieser Stelle wahrscheinlich denken nach wem auch dieser Track klingt, weshalb ich an dieser Stelle also den Cut machen und mich am Ende kurz fassen werde: Das Album löst in mir ein Wechselbad der Gefühle aus! Bezogen auf die Texte und die Struktur der Songs gefällt mir das Album an sich wirklich gut, doch ich finde es ehrlich gesagt ein wenig schade, dass die Band ihr Potential verschwendet, um dann zu klingen wie Marilyn Manson. An sich ist das Album keine schlechte Veröffentlichung, aber leider klingt ein Großteil der Tracks auf "Infamous" einfach zu sehr nach mehrfach genanntem Künstler, was das Hören auf die Dauer vielleicht ein bisschen eintönig werden lässt. Wem dieser Einfluss bereits bei "Creatures" nicht zugesagt hat, der mag es mit diesem Album wahrlich nicht einfach haben. Album-VÖ: 13.11.2012