(Drakkar / Sony) Es ist schon irgendwie alles Brei, was SHAKING GODSPEED uns hier auftischen. Klumpiger Stoner Rock, den man mit LSD vollgepumpt hat, sodass alle Instrumente nur noch verzerrt und anstrengend klingen. Willkommen im Psychedelic Rock in Form des neuen Albums „Hoera“! In ihrer Heimat, den Niederlanden, touren sich die Jungs dumm und dusselig und durften sogar schon im Vorprogramm von Deep Purple spielen. Ein Grund, das neuste Machwerk dieses rockigen Quintetts mal genauer unter die Lupe zu nehmen… Der erste Song 'I Wonder' ist mau, unspektakulär und als Opener nicht sonderlich geeignet. Das Lied nimmt nicht richtig Fahrt auf und mit dem Einordnen des Gehörten und dem Zurechtfinden hat man ebenfalls noch Probleme. Jedoch weiß der Hörer sofort, womit er es wohl die nächsten zehn Songs zu tun haben wird: verspielter, frickeliger und manchmal sogar plump klingender Psychedelic Rock, wie er im Buche steht. Man merkt sofort: hier können Menschen musizieren. Der nahe Verwandte Stoner Rock ist durchweg präsent. Ständig entdeckt man bekannte Elemente, die allerdings in einer soften Light-Variante auftauchen, weniger knallen, dafür verzerrter und verspielter daherkommen. Quasi Stoner Rock mit erhöhtem Drogeneinfluss – passt also! War das Vorgängeralbum „Awe“ noch deutlich stonerlastiger, so fehlt es dem  neuen Werk etwas an fetziger, konkreterer Sexyness. Ständig hört man irgendwelche musikalischen Spielereien heraus, die man nicht wirklich geil, aber auch nicht komplett scheiße finden kann. Gesang und dessen Inhalt geraten komplett in  den Hintergrund. Nur die musikalische Ebene fetzt und fesselt. Die Gitarren werden ausgequetscht, gewürgt, das Schlagzeug in allen Facetten betrommelt und der Bass wummert sich  durchs Gehirn. Manchmal meint man ein Stück 'Lucy In The Sky With Diamonds / I’m A Walrus' entdeckt zu haben, dann klingt der Gesang von Wout Kemkens ab und zu genau wie der  Josh Hommes und schließlich meint man einen ähnlichen Gitarrensound bereits in diversen Jack White-Songs gehört zu haben. Eine krasse, neue Vielfalt, die einem aber leider doch  immer mal wieder bekannt vorkommt, obwohl es Sänger Kemkes eigentlich besonders wichtig war, etwas komplett Neues zu erschaffen: "When I enter the studio with a piece of music and Paul (organ/bassguitar) and Maarten (drums) tell me that it reminds them of another band or song, the fun is over for me. Within the  existing rock&roll conventions I want to create something different and surprise people with new melodies and an unusual approach. (…) We don’t necessarily want to please people with  our music, we want to surprise and confuse them, just like our favorite artists do to us.” Die Songlängen sind übrigens angenehm. Kein 10-minütiges Instrumentenquälen, sondern ein kurzer, bestimmter und trotzdem wirrer, verspielter Hammondorgel- und Gitarren-lastiger  Aufbau. Die meisten Lieder klingen jedoch relativ gleich und tummeln sich irgendwo zwischen „mittelmäßig“ und „ganz nett“. Andere Songs wiederum dürfen gern mit dem Prädikat  „wertvoll“ versehen werden. 'Season’s Over' brilliert mit seinem flippigem Beat, einem aufregenden Rhythmuswechsel und dem gekonnten Hammondorgeleinsatz. Im letzten Song  'Scratch Your Name In Your Skin' wurden letztlich alle Fehler und Mängel, über die man in den vorigen Liedern gestolpert ist, beseitigt und ausgebessert. Markantes Schlagwerk! Kurz  und knackig auf den Punkt gebracht. Der stärkste Beitrag des Albums! „Hoera“ ist eine musikalische Entdeckungstour, die immer haarscharf am „Boah, ist das anstrengend“ vorbeischrammt. Kann man hören, muss man aber nicht. Album-VÖ: 08.02.2013