Fast 800 Kilometer durch das winterliche Deutschland, vom Norden in den Süden und wieder zurück. A7 meets A5 und dabei intensiv die neue Platte von SELIG hören, es gibt schlimmeres im Leben, oder? 'Love & Peace', der schon vor einigen Wochen veröffentlichte, kostenlose, Vorabsong hat mich vorfreudig und mit hohen Erwartungen auf das mittlerweile sechste Studioalbum von Jan Plewka, Christian Leander, Stephan Eggert und Malte Neumann warten lassen! Um es gleich vorweg zu nehmen: Das im Spätsommer 2012 in England mit dem Starproduzenten Steve Power (der schon für Blur und Robbie Williams tätig sein durfte) aufgenommene Album kann allerdings nur phasenweise überzeugen. Die eher schwankende Qualität von "Magma" hat mehrere Faktoren: Besonders Plewkas "Textknödel" (so bezeichnet es Marco Fuchs von der Intro), die zu oft etwas von einer ausgeprägten Belanglosigkeit haben, wirken wie z.B. in 'Wenn ich an Dich denke', fast schon störend und eher uninspiriert entstanden. Beispiel gefällig? “So weit, so gut! Jetzt sehen wir mal wie weh das tut! Ein Grund zum heulen, ich hätte dich halten sollen. Wenn ich an dich denke werde ich wahnsinnig, doch nicht an dich denken, das kann ich nicht" Doch wie ist denn nun die Musik auf dem neuen SELIG-Album? Das Coverartwork und auch der Titel der Platte "Magma" wecken - zumindest in meinem Fall - die Erwartung eines psychedelisch angehauchten, hippiesken Rockalbums. Der Produzent Steve Power hat der Band, aus meiner Sicht, hauptsächlich eine Art von Sound kreiert: Einen s e h r sauberen, soliden und auch irgendwie konservativen Sound. Eine positive Ausnahme bildet der Titeltrack, in dem die Hamburger mich ein bisschen an die Doors zu "L. A. Woman" Zeiten erinnern. Ansonsten kann man - wohlwollend - den Sound teilweise auch einfach nur als Pop bezeichnen. Weniger wohlwollend kann man sich die Band, insbesondere mit 'Wenn ich an Dich denke' auch gut in einem Florian Silbereisen-Kontext vorstellen. Ja, das erinnert dann durchaus manchmal an eine andere deutsche Musikgattung: Schlager. Doch die Platte hat auch gute Momente: 'Love & Peace', 'Ich lüge nie', 'Magma' und die erste, recht poppige Single 'Alles auf einmal' gehören für mich auf die Habenseite dieses Albums. Doch geben wir doch nochmal dem Sänger Raum für die fast letzten Worte in diesen Zeilen: Bei "diesem Album ist es jedes Lied wert, auf der Bühne gespielt zu werden. Das sind echte Live-Kracher..." so Jan Plewka. Herr Plewka, ich sehe das nicht so. Album-VÖ: 01.02.2013 (Photo by Thomas Rabsch)