(Ascot Elite Home Entertainment) Der Name Christian Slater verhieß in den letzten Jahren leider nur noch B-Movies (das war vor Jahren mal anders!), der letzte Film, den ich mit ihm gesehen habe, war Sacrifice mit Cuba Gooding Jr. und der war leider unterirdisch, das IMDB-Rating von 4,3/10 bestätigt mich da, wobei ich eher den Zahlendreher vergeben hätte. GUNS AND GIRLS kommt in dem Portal leider auch nur auf 4,8, der Film erregte aber meine Aufmerksamkeit. Nicht aufgrund der Blondine auf dem Cover, vielmehr durch die Teilnahme von Gary Oldman, der ja in der Wahl seiner Filme ein eher glücklicheres Händchen beweist (vor allem bei Blockbustern) und durch die Tatsache, dass ich Slater noch nie so wirklich böse sein konnte. Dieser ewig jung gebliebene Mime begeisterte mich vor Jahren schließlich in zahlreichen Streifen, u.a. Interview mit einem Vampir, Operation Broken Arrow, True Romance, Hard Rain, Windtalkers, die Liste ist lang! Worum geht es? John Smith (Slater) macht spontan mit bei einem Elvis-Imitatoren-Wettbewerb in einem Indianer-Casino mitten in der Botanik. Die anderen Elvisse und er feiern nach dem Auftritt und zocken Poker, Smith wird am nächsten Morgen mit dem Kopf auf dem Pokertisch aufgefunden, unsanft geweckt und verdächtigt, eine wertvolle Maske aus dem Büro des Chefs des Casiones / Häuptlings gestohlen zu haben. Er soll liquidiert werden (was auch sonst in so einer Situation?) und wird in den Kofferraum eines Cadillacs gepfercht, aus dem er sich kurze Zeit später befreien kann. Die beiden Schergen des Häuptlings sitzen tot im Wagen, Smith stolpert weiter von einer skurillen Situation in die nächste, immer mit dem Verbleib der Maske konfrontiert. GUNS AND GIRLS bedient sich bei den großen Meistern der Zunft, allen voran natürlich Quentin Tarantino, gefolgt von Guy Ritchie. Filme wie Pulp Fiction, Bube Dame König Gras und Very Bad Things (in dem Slater auch brilliert!) standen scheinbar mit ihren Charakteren und ihrem Stil Pate, GUNS AND GIRLS kommt da (natürlich) nicht ganz ran, einige Situtationen oder Figuren (Powers Boothe als der Rancher, Jeff Fahey als der Cowboy, Sam Trammell aus True Blood als Sheriff Cowley) sind aber zum Schreien komisch. Was anfangs etwas vorhersehbar und einfach zu verlaufen scheint, erlebt in dem letzten Drittel des Films noch mal einen mehr als netten Aufschwung. Gary Oldman spielt zwar nur eine kurze Rolle, aber dafür umso eindrucksvoller und die blonde Dame vom Cover darf auch so einige Male dem männlichen Zuschauer einen höheren Puls bescheren. GUNS AND GIRLS ist definitiv kein Film, den man in ein paar Jahren zu den Genre-Bestsellern zählen wird, aber gut und unterhaltsam ist er alle Male. Und eine bessere Bewertung als 4,8 hat er zudem auch noch verdient! Bloß bei der Wahl des Filmtitels darf es beim nächsten Mal ruhig etwas treffender zugehen! Film-VÖ: 05.02.2013