(Bdhw Clo. & Rec. (Soulfood)) Die Belgier von NASTY haben sich mittlerweile in Deutschland eine ordentliche Fanbase aufgebaut. Kein Wunder, zählen sie doch mittlerweile zur europäischen Hardcore -Elite.Mit ihrem nunmehr dritten Output beglücken die Mannen um Frontmann Matthi auch 2013 wieder die ganz Harten im Garten. Auch wenn uns, wie im Hardcore üblich, keine tagesfüllende Spielzeit erwartet, so liegt doch auch in der Kürze die Würze und so genehmigen wir uns am frühen Morgen einen kleinen, aber harten Quickie. Das Intro geht mit etwas über einer Minute Spielzeit in etwa genau so lange wie das Gros der 14 Songs und gibt außer ein paar fremdkultureller Klänge, noch eine schicke Frauenstimme samt Gewitter dazu, um dir im Anschluss mit 'Hell On Earth' das erste Mal die Mütze vom Kopf zu blasen. NASTY-typische Bratapfel-Gitarren und ein paar Kraftausdrücke lassen eine wütende Grundstimmung vermuten. Man kommt kaum dazu, zwei Sätze zu schreiben und schon befinden wir uns bei 'Fake Smile' im dritten Song. Und wieder wird es hart und roh und richtig geil. Gangshouts und eine Schwere, die dich als Hörer förmlich erdrückt, aber ganz im Positiven, denn diese drei Zentner Lady weiß genau, wie sie dich Hardcore mässig zu reiten hat. Kurzes Rauschen und Piepsen bei 'Skit 1' und schon wird es 'Scheisse'. Da sich das Fäkalwort hier in Anführungsstrichen befindet, lässt sich natürlich vermuten, dass es nicht etwa schlecht wird, sondern ein deutscher Titel herhalten musste. Schließlich möchte man ja seinem Publikum auf der kommenden Tour in Städten wie München, Hamburg, Stuttgart oder wo auch immer, seine fulminanten Deutsch-Kenntnisse präsentieren. Und siehe da, sogar die Lyrics/Worte sind in unserer Landessprache gehalten, also schraube ich meinen Sarkasmus etwas herunter. Sieht man einmal von der Genre-typischen Propaganda des Textes ab, ist es ein richtig geiles Monster, welches allerdings bei unserer Bundes-Angie auf Protest stoßen würde. Aber wen juckt es.

Langer Titel in gewohnt kurzer Dauer, mit 'Look At Me And Fuck You' hat man eigentlich alles gesagt und das Ganze natürlich mit entsprechendem Nachdruck. Einige schwere und recht doomige Passagen lassen etwas Abwechslung zu und gehen nahtlos in 'Skit 2' über. Nach ein paar kurzen Worten vom wohl belgischen Nachrichtensprecher in englischer Sprache, bekommt der Hörer wieder 31 kurze Sekunden mit 'My Brain Went Terribly Wrong' die Mütze voll, um mit dem letzten Skit, nämlich 'Skit 3' über alles weitere aufgeklärt worden zu sein was in Belgien noch so geht ausser Pommes und Schokolade. Die Reichen brauchen Sklaven und wie in Django: Unchained bekommen wir diese bei 'Slaves To The Rich', aber eben mit etwas mehr Hardcore. Ein kurzes Zwischenspiel mit 'Interlove' und schon haben wir den Titelsong am Wickel. Viel 'Love' und noch mehr Power. NASTY laufen zur Höchstform auf und siehe da, es geht auch in clean, wenn auch nicht sonderlich gut, aber männlich klingt es trotzdem. 'The Power' gibt uns noch einmal einen guten Zwischenspurt, bevor es mit 'ZeroTolenrance' ins Finale geht. Und hier wird noch einmal ordentlich gekurbelt, wenn auch melodischer als in den Ergüssen zuvor. Aber hier wird noch einmal ordenlich abgespritzt in Brügge. Am Ende bin ich zwar nicht schwer, aber doch ordentlich begeistert vom neuen NASTY-Werk. Und somit dürfen sich die Belgier 4 und einen halben Blitz einstreichen. Album-VÖ: 22.02.2013 (Photo courtesy of BDHW Records)