(Panic & Action / Soulfood Music) Assoziationen sind subjektiv, wenn mein Vater an Schweden denkt, sagt er ABBA, meine Mutter denkt an IKEA, bei mir sind es ADEPT. Tja, so kann es gehen. Als ADEPT 2009 "Another Year Of Disaster" veröffentlichten, war ich wie weggeblasen von der Power, die dieses Album hatte. Bereits da machte ich mir Sorgen um das allseits bekannte Problem des zweiten Albums, doch auch "Death Dealers" konnte 2011 die hinterlassenen Fußstapfen locker ausfüllen. Seit dem sind schon wieder zwei Jahre vergangen, eine Zeit in der auch Gitarrist Jocob Papinniemi erst als kurzfristige Lösung, dann aber fest von Gustav Lithammer ersetzt wurde. Soviel vorweg, ADEPT bleibt weiterhin stabil, qualitativ bleibt das Gaspedal wie zuvor fest mit dem Bodenblech in Kontakt. Wir sind ja unter uns…geile Scheisse! ADEPT 2013 befinden sich auf der Schwelle zu etwas, so bezeichnet es zumindest Sänger Robert Ljung. Mit "Silence The World" schlagen ADEPT ein neues Kapitel ihrer Bandhistorie auf. Sie wollen in die Welt hinaus, über den großen Teich, die Clubs in den Staaten und Südamerika erobern. Durch unzählige Konzerte in Europa u.a. mit Caliban oder im Vorprogramm von A Day To Remember haben sie sich hier auch schon einen Namen in der Szene gemacht und konnten durch ihre gewaltige Livepräsenz überzeugen. Selten habe ich Konzerte morgens um 10:30 Uhr gesehen, ADEPT auf dem Vainstream war es mir dann aber doch wert…zum Glück! Interessant und eine Aussage über die ich erst mal gestolpert bin war, dass ADEPT hin zum Mainstream tendieren. Zunächst gewöhnungsbedürftig, reißt man diese Aussage aber nicht aus dem Kontext, sondern betrachtet, dass Schweden ein Land ist, in dem Bands wie In Flames als selbstverständlich im Radio laufen, lässt sich dieser Gedanke schon greifbarer und nachvollziehbarer machen. Sie wollen gehört werden, sie möchten von ihrer Musik leben können, sie wollen verdammt nochmal live spielen. Das könnte ihnen gelingen, denn für mich ist dies das beste ADEPT Album "Silence The World" beginnt sanft, verspielt mit einem kurzen Piano-Intro, danach heisst es aber auch schon Helm aufsetzen. Mit 'Forever And A Day' startet ADEPT ihr neues Kapitel und das tonnenschwer. Da ist ordentlich Druck, gepaart mit absolut eingängiger Melodie. Wenn das so weiter geht, wird dieses Album das wohl Beste in der 9-jährigen Bandgeschichte. Und da kommen wir auch schon zum Thema, weiter geht es mit 'Established 2004'. Der Anfang erinnert mich etwas an Blood For Blood, dann geht’s aber doch ADEPTisch weiter. Man wird mit einem „we’re back motherfuckers“ begrüßt, dann wird ordentlich am Post-Hardcorebaum geschüttelt…ich sag ja: Helm auf! 'Secrets' und 'The Ocean Grave' folgen unmittelbar. 'Secrets' ist ein solides Brett, 'The Ocean Grave' startet mit einem netten “Ohohoh”-Chor, um dann gepflegt nach vorne zu schieben und einen äußerst eingängigen Refrain abzuliefern. 'Dead Planet' drückt derbe auf die Tube, sticht aber für mich nicht sonderlich hinaus, vielleicht dient der Song dazu, sich noch mal richtig auszupowern, bevor es zum Interlude 'Orion' weiter geht. Weiter geht’s mit 'Means To An End (The Greatest Betrayer)', schon mal bei 180km/h den Kopf 4:04min aus dem Fenster gehalten? Biddeschön! 'Friends That Used To Be' reiht sich nahtlos ein. 'Hearts Vs. Beats' liefert dann wieder einen dieser starken „Cleanvoacals“-Refrains, die ADEPT scheinbar perfektioniert haben und schaltet dann wieder um in bitterböse Growls. Mit 'The Toughest Kids' zeigen ADEPT, dass ihnen auch nach über 30min Vollgas noch nicht die Puste ausgeht, da packen die Jungs im C-Teil auch gerne nochmal den „Ohohoh“-Chor aus, passt. Letzter Song, nix obligatorische Ballade, neenee…bei 'Aftermath' bleibt der Gashahn aufgedreht. Wobei dieser Song von einem genialen Spannungsaufbau lebt und gerade wenn du denkst „das wars“, geht’s noch mal in die Verlängerung. Starkes Ende. Die einzige Frage die nach 40min bleibt: „Wohin mit den Endorphinen?“ Ich hab die Repeattaste an meinem Player gefunden und steige nochmal ein in die Wahnsinnsfahrt. Album-VÖ: 22.03.2013 (Photo courtesy of Panic & Action Records)