(RCA Int. / Sony Music) Als kommendes Album des Jahres wird "Sempiternal" bereits gehandelt. Kein Wunder, war der Hype um Oli Sykes und Co in den letzten Jahren ordentlich. Zurecht wie ich meine, denn ihr Musikstil hat sich stark optimiert, ist massenkompatibler geworden, ohne allerdings völlig zu kommerzialisieren. Der Vorgänger (ich spare mir an dieser Stelle den langen Titel, der sogar noch länger wäre, als dieser Satz) hat sich in meinem Drehstübchen (Anm.: CD-Player) immerhin zur Scheibe des Jahres 2011 rotiert. Und nun dürfen wir uns endlich dem neuen Mach(t)werk widmen, welches sich laut Impericon ein heisses Duell mit der kommenden Heaven Shall Burn liefern wird. Mit dem schattierten Moses ('Shadow Moses') durfte vorab bereits ein starker Titel erworben werden und mit 'Sleepwalking' ein weiterer Output im Videogewand begutachtet werden. Aber nun von Anfang an. BRING ME THE HORIZON legen mit 'Can You Feel My Heart' ruhiger, aber nicht weniger fulminant als gewohnt los. Ein prägnanter Keybord-Teppich legt dabei den Grundstein zur Wiedererkennung. Midtempo, melodischer Gesang? Da wird sich doch hoffentlich keiner dem Kommerz ergeben haben? Nein, denn mit 'The House Of Wolves' hauen die Jungs ordentlich in die Seiten und Oli strafft die Gurgelbänder. Geile Breaks ohne Downs runden die geile Nummer inklusive melodischer Zwischenparts ab. Kurz vor 'Empire (Let Them Sing)' muss ich kurz die Pausentaste betätigen, um bloß nichts zu verpassen, denn unglaublich viele Nuancen sind zu entdecken, die sich mit einem einmaligen Hören keinem Fan erschliessen werden. Der Song ansich begeht weiterhin das Gebiet des Midtempos, welches mit ordentlichem Druck und Verstand versehen ist. Rein spielerisch betrachtet scheinen BMTH ihre Milliönchen noch einmal in Instrumentalkunde investiert zu haben, denn es ist ein deutlicher Sprung zum Vorgänger in Punkto Vielseitigkeit zu vernehmen. Das Video zu 'Sleepwalking' ist schon ziemlich cool, der Song aber noch geiler. Im Vocal-Bereich roh und mitgröhlbar, der Rest stimmig und tanzbar arrangiert, avanciert die Scheibe immer mehr zu meinem persönlichen Highlight der letzten Monate und dass nicht nur auf 2013 bezogen. 'Go To Hell, For Heavens Sake' schließt nahtlos an und hat durch seine ebenfalls eingängige Struktur einen hohen Wiedererkennungswert mit ebenfalls hohem Mitsingfaktor. Mit dem eingangs erwähnten 'Shadow Moses' haben wir das erhobene Glanzstück auf "Sempiternal" ausgemacht. Dominierende Gangshouts und trotzdem ganz viel Melodie und in den Lyrics eine Huldigunng in Richtung des Albumtitels. Das powert wie die fette Sau. Ein paar Momente zum Runterkommen hat man mit 'And The Snakes Start To Sing'. Die Gitarren werden kurzzeitig ausgeblendet, um ganz viel Gefühl durch Elektro aus den Boxen zu bringen. Fünf intensive Minuten erwarten den Hörer hier und nur gelegentliche Riffs geben die Rockballaden-Note. Zum Ende hingegen noch einmal der obligatorische Ausbruch, der nicht zwingend gebraucht wurde, aber auch nicht ungeil ist. Schmissig rockig wird es mit 'Seen It All Before' und hier ist der Name nicht Programm, denn BMTH bringen hingegen diverser anderer Genrekollegen frischen Wind unter die Achseln. Was hier im Zwischenspurt auch löblich erwähnt werden muss, ist die Tatsache, dass es endlich mal wieder eine Band fertig bringt, die jeweiligen Tracktitel auch in ihren Lyrics zu verbauen. Ein Phänomen, welches mir in der Vergangenheit öfter abhanden gekommen ist und für mich den wiederkennenden Mitsingmoment ausmacht. Einen der härtesten Songs gibt es mit 'Anti-Vist', eine Nummer die ordentlich fuckt und meinen "Autositzmoshpit" zum Beben bringen wird. Noch so eine fette Sau. 'Crooked Young' hätte von seinem Schmiss her auch gut auf die letzte Scheibe gepasst und es scheint, als wollen die Engländer zum Ende der Rille noch einmal ein paar Brickets in den Ofen legen. Allerdings darf auch hier die Atmosphäre nicht fehlen und so haben wir ein paar Elektrostreicher am Start. Weitere zehn Nummern hätte man hier mindestens noch vertragen können, aber leider sind mit 'Hospital For Souls' die letzten sechs Minuten angebrochen. Ja und was soll man hier auch Weiteres schreiben, als das letzte fette "Geil". Das Jahr ist zwar noch relativ jung, aber das war es bei meiner letzten Scheibe des Jahres (Stick To Your Guns "Diamond") auch. BMTH haben mit "Sempiternal" ein weiteres Glanzstück abgeliefert und sich nach dem grandiosen Vorgänger noch einmal steigern können. Um den Impericon "Album des Jahres"-Vergleich mit Heaven Shall Burn am Ende noch einmal aufzugreifen. Die Ossis können ruhig kommen. Sechs fette Blitze. Album-VÖ: 29.03.2013 (Pic courtesy of Sony Music)