(Roadrunner Records) Bevor wir uns den Königen von Killswitch Engage widmen, haben wir noch ein paar junge Prinzen am Start. Die Kalifornier von HEARTIST schwingen erst seit 2011 gemeinsam ihre Instrumente und kommen demnächst mit ihren großen Vorbildern gemeinsam auf Tour. Damit man allerdings nicht mit leeren Händen dasteht, schmeißen die Jungs noch eine frische EP auf den Markt. Und wenn man schon von den großen Roadrunner Records unter Vertrag genommen wird, so muss man qualitativ auch einiges vorzuweisen haben. Ohne vorher jemals etwas von HEARTIST gehört zu haben, können wir uns nun ganz unvoreingenommen den sechs Songs widmen, schließlich möchte man auch erfahren, ob man sich eine spätere Ankunftszeit in Hannover zum Gig erlauben kann, oder sich die Jungs tatsächlich lohnen. Elektronisch geht es bei ‚Disconnected’ los, um dir nach kurzer Einleitung richtig in den Arsch zu treten. Ein richtig fettes Brett mit saugeilem Refrain, der nach kurzer Zeit einfach mitgesungen werden muss. Tonnenschwere Riffs schieben den Spaß in die richtige Richtung. Ich bin gespannt, ob Frontmann Bryce Beckley die ganz hohen Töne auch live beherrscht. Der Gesang an sich ist im Übrigen sehr abwechslungsreich. Von tiefen Shouts, sehr hohen, emolastigen Parts, bis hin zu einer cleanen, sehr männlichen Note. Viel musikalische Abwechslung wird uns auch mit ‚Rhinestone’ geboten. Sehr spielfreudig präsentiert sich hier die Instrumentalfraktion. Ein schickes Metalgewand und etwas weniger Core erwartet den Hörer in knapp vier Minuten Spielzeit. Der Song ‚The Answer’ schließt nahtlos an und bietet auch einen obligatorischen „OhhOhhOhhh“ Teampart zu Beginn. Im Verlauf sticht vor allem der Gesang brilliant heraus, der hier unglaublich facettenreich präsentiert wird.

Der Anfang von ‚Where Did I Go Wrong?’ erinnert in seinen Anfangssekunden sehr an frühere 36 Crazyfists und das kann ja bekanntlich nie schlecht sein. Die Eigenständigkeit stellt sich allerdings schneller ein, als man Cafe Latte sagen kann und so haben wir den nächsten Ohrwurm in der Muschel. Selbst auf dem Pott hab ich noch „Tell me, tell me“ gesungen. Im Anschluss wird es mit dem Titeltrack tonnenschwer. Elektronische Spielereien und keifende Vocals gepaart mit einer Menge Schmissigkeit (jaja 80er Jahre Ausdruck) lassen unser Tanzbein schlackern. Die letzte Nummer ‚Heart Of Gold’ geht etwas gemächlicher zu Werke. Aber auch hier entfalten sich die Vocals zu einer wahren Macht. Zu etwas punkigeren Zwischenparts lässt sich ein wenig Dynamik aufbauen, um den Hörer noch einmal von der Couch oder live vom Bierstand zu locken. Ein gelungener Abschluss. Der experimentelle Ansatz von HEARTIST ist wirklich sehr beeindruckend und man hat mit dieser EP einen echten Knaller hingelegt. Wenn die Amis jetzt live noch genauso tight zu Werke gehen und das erste Full-Lenght Album die gleiche Qualität besitzt, werden diese Jungs richtig groß. Da bin ich mir sicher. Einen halben Blitz ziehe ich dennoch ab, um ihn mir für das Komplettwerk aufzuheben. Album-VÖ: 29.03.13