(Roadrunner Records) Die Götter und einstigen Wegbereiter des Metalcore sind back. Und wohl keine andere Band hat diesen Musikstil so geprägt und salontauglich gemacht, wie die Mannen um Gitarrengott Adam D.. KILLSWITCH ENGAGE hauen mit „Disarm The Descent“ ihre sechste Rille raus und haben für dieses und andere Unterfangen Howard Jones entsorgt und mit Jesse Leach das alte Schlachtross zurück in den Stall geholt. Die einen halten es für einen Segen, einige andere eher nicht. Black Beauty Howard Jones hat seine Sache schon sehr ordentlich gemacht und war immerhin bei der erfolgreichsten Scheibe „The End Of Heartache“ an der Brüllorgel. Aber nun was soll es. Nicht in der Vergangenheit schwelgen, sondern auf das Vorhandene schauen. Und schon hauen wir uns das Teil um die Ohren. ‚The Hell In Me’ startet mit einem ordentlichen Blast durch die Hütte. Keifende Vocals in bester Jesse-Manier gepaart mit einem ordentlichen Zwischengang an Melodie. ‚Beyond The Flames’ hält das Tempo oben und lässt keinen Zweifel am Killswitch Sound aufkommen. Allerdings fehlt mir ein wenig die Rotzigkeit vergangener Tage. Die kommt dann aber mit ‚New Awakening’ zurück und sogar ein paar kurze, untypische Gangshout Passagen sind zu vernehmen. Im Januar durfte bereits ‚In Due Times’ bestaunt werden, ein Song, der sich mit seinem prägnanten Chorus bereits nach zwei Durchgängen in die Rinde fräste. Ein weiterer sehr geiler Song steht mit ‚A Tribute To The Fallen’ an. Hier erinnern wir uns endlich an die glorreichen Zeiten, als mit „Alive Or Just Breathing“ die Muschis vor der Tür gelassen wurden. ‚The Turning Point’ hat auch eine Menge zu sagen und haut ein paar richtig tiefe Growls raus. Auch die Rhythmik stimmt bei dieser Nummer, auch wenn mir der ausfadende Abgang nicht ganz zusagt.

Es bleibt hart im Garten mit ‚All That We Have’. Jesse soll ja damals einige Stimmprobleme gehabt haben hiess es nach dem ersten Split. Schonen tut sich der Gute hier aber nicht wirklich. Nichts Neues aber auch nichts Schlechtes gibt es mit ‚You Don’t Bleed For Me’ zu hören. Der Chorus ist mit Doppelgesang allerdings schick arrangiert und einen chilligen Mittelpart gibt es ebenfalls. ‚The Call’ zieht im Anschluss wieder an der Temposchraube und man wird im Blastpart sogar im Gesang melodisch. Sehr beeindruckend. Im Endspurt kommt mit ‚No End In Sight’ einer der stärksten Songs des Albums. Abwechslung und diverse Variationen im Groove werden dankend abgefeiert. Richtig langsam wird es mit ‚Always’, dem heimlichen Pussysong auf „Disarm The Descent“. Hier darf Jesse Leach seine Sangeskünste noch einmal voll ausleben. Im Abgang bekommen wir mit ‚Time Will Not Remain’ die letzte Breitseite verpasst. Tempo, Melodie und ganz viel KILLSWITCH ENGAGE. Mein Fazit fällt am Ende aber nicht ganz so euphorisch aus wie bei meinem liebsten Zosse. Ich finde die Rückkehr von Jesse Leach gut, hätte mir allerdings ein paar mehr Ideen gewünscht. Vom Sideproject Times Of Grace war ich damals so geflasht, dass ich mit ‚Disarm The Descent’ zwar warm, aber nicht heiss werde. Ihre Supportband Heartist haben mich da mehr überzeugt. Album-VÖ: 29.03.13