(Vertigo Berlin/Universal) Nach zweieinhalb Jahren, seit dem letzten Album, melden sich die Durchstarter von VOLBEAT mit einer neuen Platte zurück. Ob die Dänen um Michael Poulsen auch diesmal zu überzeugen wissen oder ob ihnen der Erfolg zu Kopf gestiegen ist, erfahrt ihr hier. Nach dem instrumentalen, im Westernstil gehaltenen Intro, gibt es mit 'Pearl Hart' den ersten richtigen Song. Schnell und eingängig bohrt sich dieser in den Gehörgang, ist typisches VOLBEAT-Futter und hat Radio-Qualitäten. Mit 'The Nameless One' geht es genau so weiter, nur dass auch hier ein für Western typischer Melodieteil in der Mitte wartet. Bei 'Dead But Rising' wird dann zum ersten Mal die etwas härtere Schiene aufgefahren und die Gitarren stehen viel deutlicher als bei den vorigen Songs im Vordergrund. 'Cape Of Our Hero', welches auch die erste Singleauskopplung ist, mag der eine oder andere bestimmt schon im Radio gehört haben und es ist eine schöne Ballade mit Ohrwurmqualität geworden. Nach einer Ballade folgt bekanntlich oft ein Kontrastprogramm und das ist auch hier so. 'Room 24' ist noch eine ganze Ecke rockiger und Gitarren und Drums dröhnen nur so aus den Boxen und King Diamond überzeugt als Gastsänger. Dass es sich um ein Album mit Westernthematik handelt, untermauert 'The Hangman‘s Body Count' recht deutlich. Bei dem Song fühlt man sich quasi wie in einem Saloon. Sowohl Text als auch Melodie haben hier starken Westerntouch. Bei 'My Body' handelt es sich um einen Coversong der Band Young The Giant, bei dem VOLBEATs Sound einfach mal wie die Faust auf Auge passt. Ein perfekter „Gute-Laune-Song“ und ein Cover, das sich nicht vor dem Original verstecken muss, nein sogar im Gegenteil. Auch ein Lovesong im typischen Gewand darf natürlich nicht fehlen und dieser findet sich in 'Lola Montez' wieder. Nach dem richtig schön rockigen 'Black Bart' folgt mit 'Lonesome Rider' der wohl interessanteste Track. Ein Duett zwischen Michael Poulsen und Sarah Blackwood von Walk Off The Earth, der sich teilweise stark wie ein klassischer Countrysong anhört, aber auf der anderen Seite auch gut rockt. Sicher einer der stärksten Tracks von VOLBEAT überhaupt und das Highlight des Albums. 'The Sinner Is You' ist ein weiterer langsamerer aber für die Band typischer Song, bevor mit 'Doc Holliday' noch mal das Westernkonzept des Albums ausgereizt wird und das schön rockig. Als thematisch passender Abschluss kommt bei 'Our Loved Ones' die Mundharmonika zum Einsatz und VOLBEAT bieten eine so klassische Ballade an wie nie zuvor. Ein wunderbarer Endsong für das Album, der einfach zu gefallen weiß. Mit "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies" ist VOLBEAT wieder ein hervorragendes Album gelungen. Große Experimente, wie z.B. mit 'Evelyn' auf dem Vorgänger, gibt es nicht mehr und der Westerntouch passt sehr gut zur Band. Wer schon "Beyond Hell/Above Heaven" nachsagt, es wäre durch den Wechsel zu einem Majorlabel zu soft geworden, wird diesen Kritikpunkt bestimmt auch beim Nachfolger wiederfinden. Ich sehe das allerdings anders und finde VOLBEAT verfolgen einfach weiter ihre Linie und ein jeder Fan kann sich das Album ruhigen Gewissens beim Händler seines Vertrauens besorgen. Insgesamt in meinen Augen ein runderes Album als der Vorgänger. Lediglich das Fehlen von mehreren sofort als solche erkennbare Topsongs verhindert die Höchstwertung, denn für mich stellt das Ersthören von "Guitar Gangsters & Cadillac Blood", das dafür zu erreichende Niveau dar. Wobei ich mir sicher bin, dass 'The Lonesome Rider' zu einem Liveklassiker werden könnte. Vielleicht sind aber auch einfach nur alle Songs so gut, dass es schwerer ist, mehrere Lieblinge zu finden. Anspieltipps: 'Our Loved Ones', 'Black Bart', 'Lonesome Rider' Album-VÖ: 05.04.2013 (Photo by Erik Weiss)